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Velázquez: Das Leben am Pinselende

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„Unter den vulgären Malern möchte ich lieber der erste als unter den vornehmen der zweite sein“, antwortet der junge Diego Rodriguez Silva y Velázquez seinen Kritikern, die ihm vorwerfen, nicht wie Raphael zu malen. Wenn man Velázquez – wie bei Katsushika Hokusai und seinem Bild Die große Welle von Kanagawa –mit seinem Hauptwerk Las Meninas (Die Hoffräulein) verbindet, woher kommt dann das „Vulgäre“, von dem er spricht? Vielleicht von dem ehrlichen Blick auf das Leben, der seine Kunst durchdringt und von dem Edouard Manet sagte: „Er ist der Maler der Maler“. Aber wen malte Velázquez? Den jungen König Philipp IV. und seinen Hof, die Narren und Bettler, wenig Landschaften und kaum religiöse Szenen. Dieses Genie der spanischen Malerei gehört mit Cervantes, dem Vater des Don Quichotte, zum Goldenen Zeitalter. Wir nehmen die Ausstellung im Pariser Grand Palais zum Anlass, um zu träumen…

Vélazquez Gesamtwiedergabe seiner Gemälde

Elie Faure
1939 -
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Die Dame von Monsoreau

Alexandre Dumas
1846 -
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Der Hofnarr

Norman Panama
1955 -
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Lost in La Mancha

Keith Fulton , Louis Pepe
2010 -
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Apogée et déclin : le siècle d’or espagnol

Verena von der Heyden-Rynsch
2011 -
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Die Ordnung der Dinge

Michel Foucault
1990 -
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Musée haut, musée bas

Jean-Michel Ribes
2009 -
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Guck doch mal hin

Arasse,Daniel
2003 -
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Picasso Museum Barcelona

Xavier Costa Clavell
1985 -
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Francis Bacon

David Hinton
2008 -
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Manet-Vélasquez : la Manière espagnole du XIXe siècle

Catalogue de l'exposition
2002 -
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Rubens

Marie-Anne Lescourret
2004 -
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Die Elendsviertel im Barock

Le Petit Palais
2015 -
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Marco Polo Madrid

Marco Polo
2014 -
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Ricardo Bofill

Ricardo Bofill
2014 -
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Vélazquez Gesamtwiedergabe seiner Gemälde

Elie Faure - 1939 -

Der französische Kunsthistoriker Élie Faure (1873-1937) schrieb bereits 1903 ein Standardwerk über Velázquez und hat sich auch in frühen deutschen Ausgaben über den spanischen Maler als Verfasser des Vorworts und Kenner von Velázquez erwiesen. Faure sieht in ihm nicht nur den offiziellen Hofmaler von Philipp IV., sondern auch einen Künstler, der das Leben durch seine Pinselstriche aufleuchten lässt. Der in Sevilla geborene Maler lässt sich auch von Hofnarren und Bettlern inspirieren und ist von Rubens fasziniert. Nicht nur für Élie Faure ist Velázquez so ein überwältigender Maler, der das Leben einzufangen wusste.

Die Dame von Monsoreau

Alexandre Dumas - 1846 -

Dumas veröffentlichte diesen Roman 1846 als Fortsetzung von La Reine Margot/Die Bartholomäusnacht und rückt die Intrigen am Königshof wieder in den Mittelpunkt. Heinrich III. ist nun – 1578 – König von Frankreich und muss sich seiner Feinde wie des eigenen Bruders Franz d’Anjou erwehren. Verlassen kann er sich dabei nur auf seine Edelleute, die Mignons und Chicot, seinen Hofnarren, der als treuer Diener so manche Machenschaften und Ränkespiele entlarvt. Dabei ist der (Hof-) Narr durchaus einer der größten Sympathieträger der Geschichte. Auf Deutsch ist dieser eher unbekannte Dumas derzeit nur als E-Book erhältlich.

Der Hofnarr

Norman Panama - 1955 -

In dieser Burleske aus dem Jahr 1955 spielt Danny Kaye einen sympathischen Hochstapler, der sich im England des 12. Jahrhunderts als „Giacomo, König der Hofnarren“ ausgibt. Die Hollywoodkomödie, in der auch Angela Lansbury eine blonde Prinzessin verkörpert, galt in den 50er Jahren als finanzieller Flop. Mit Produktionskosten von 4 Millionen Dollar war Der Hofnarr die teuerste Komödie ihrer Zeit und konnte nur die Hälfte wieder einspielen. Heute ist der Film um den sympathisch-chaotischen Hofnarren, der wohl kaum etwas mit den Narren zu tun hat, die Velázquez am spanischen Hof kennenlernte, jedoch Kult.

Lost in La Mancha

Keith Fulton , Louis Pepe - 2010 -

Cervantes‘ Don Quichotte ist ein Klassiker vom Anfang des 17. Jahrhunderts. 1965 folgt am Broadway ein Musical, The Man of La Mancha, das wiederum Jacques Brel dazu inspiriert, das Stück am Théâtre des Champs Elysées aufzuführen. Neben all diesen Erfolgen erlebte Terry Gilliam mit seinem Who killed Don Quichotte Film 2000 ein Desaster. Hauptdarsteller Jean Rochefort kann aufgrund eines Bandscheibenvorfalls nicht mehr reiten. Die Dekors werden durch Trainingsflüge der spanischen Luftwaffe und Regenfälle fast komplett zerstört. Gilliam gibt auf. Keith Fulton und Louis Pepe haben dann in Lost in La Mancha, in dem berühmtesten Making Of zu einem nicht existierenden Film, das gescheiterte Unternehmen festgehalten. Man spürt die Langweile, die Verzweiflung, das Warten...und den so britischen Humor des amerikanischen Monthy-Python-Mitglieds Terry Gilliam.

Apogée et déclin : le siècle d’or espagnol

Verena von der Heyden-Rynsch - 2011 -

Die Autorin wurde in Madrid geboren. Sie war 30 Jahre lang im Verlagswesen und als Übersetzerin tätig und lebt in Paris und München. Ihr auf Deutsch geschriebenes Werk über das spanische Goldene Zeitalter erschien bisher nur in Frankreich. Verena von der Heyden-Rynsch beschreibt ein Spanien, das im Mittelalter drei Religionen toleriert und in dem später der Moralist und Zeitgenosse von Velázquez, der Philosoph Baltasar Gracián, mit seinen über 300 Aphorismen eine ganze Epoche prägt. Zu den bekanntesten Sinnsprüchen gehören Desvivirse por hacer algo also „Man möchte fast vor Lust sterben, um etwas zu tun.“ und „Man muss das Einfache so angehen, als sei es schwierig und das Schwierige als sei es einfach“. Dies ist wohl auch ein Credo für Velázquez und seine Arbeitsdisziplin.

Die Ordnung der Dinge

Michel Foucault - 1990 -

„Der Maler nimmt etwas Abstand zum Bild“, schreibt Michel Foucault. Von dieser einfachen Feststellung ausgehend, entwickelt der Philosoph eine umfangreiche Theorie über die Rolle des Malers und Betrachters und über die Darstellung. Dabei greift Foucault auf einen Augenblick zurück, in dem Velázquez einen Blick außerhalb des Bildes wirft: Der Maler möchte in sich aufsaugen, was er darstellen will. Aber aufgepasst! Die Ordnung der Dinge ist eine philosophische Abhandlung und kein leichter Lesestoff. Um Las Meninas wirklich zu erfassen, sollte man sich das Bild lange anschauen, um auf die Wirkung zu warten, die dieses Bild entfaltet. Immerhin war Velázquez ein Meister der Wahrnehmung. Das spürt man in seinen Bildern. Es ist nun am Betrachter, die Dinge zu beobachten und Worte dafür zu finden, was sie in einem auslösen.

Musée haut, musée bas

Jean-Michel Ribes - 2009 -

In diesem in Deutschland leider unbekannten Spielfilm, der mit so bekannten Darstellern wie Michel Blanc oder Victoria Abril aufwartet, geht es um den Alltag in einem Museum. Da folgen Reisegruppen den Führern und ein Ehepaar zankt: Wo hat man eigentlich das Auto geparkt? War es die Rembrandt- oder die Velázquez-Etage? Der Ehemann glaubt, dass es Rembrandt ist und sucht dort umsonst. Dafür taucht das Auto in der Velázquez-Etage wieder auf, ebenso wie eine Zwergin, die ein Augenzwinkern an das Gemälde Las Meninas ist. Der ungebildete Autofahrer hat aber keine Ahnung vom berühmtesten Gemälde des Spaniers. Ob es jedoch immer ratsam ist, sich über den Bildungsmangel dieses Herrn lustig zu machen, ist eine andere Frage.

Guck doch mal hin

Arasse,Daniel - 2003 -

Was es in Bildern zu entdecken gibt. Unter den Kunstkritikern war Daniel Arasse eine Ausnahme: komisch und brillant wie in seinem Essay Guck doch mal hin. Im letzten Kapitel, „Das Auge des Meisters“, geht es um Las Meninas von Velázquez. Arasse beginnt behutsam und erwähnt, dass eigentlich schon alles zu diesem Bild gesagt worden ist, vor allem nachdem Foucault Die Ordnung der Dinge geschrieben hat. Aber langsam führt uns der Autor ein in die unsichtbar bleibende Beziehung zwischen dem Maler und König Philipp IV. Man wird daraus wirklich nicht schlau, genießt aber den Schreibstil von Arasse.

Picasso Museum Barcelona

Xavier Costa Clavell - 1985 -

Mit 14 Jahren ist Picasso bereits Maler. Er erweitert die Bildsprache und sprengt in seinem Werk Les demoiselles d’Avignon (1907) die rigiden Regeln der Perspektive. Picasso war mit den Werken der spanischen und französischen Meister vertraut, wie es erst kürzlich die Ausstellung Picasso und die Meister in Paris verdeutlichte. Von Velázquez zeigte sich Picasso so fasziniert, dass er allein 50 Bilder malte, die von seinem Hauptwerk Las Meninas inspiriert sind. Im Picasso-Museum in Barcelona kann man sie sehen. Sie füllen einen gesamten Ausstellungsraum.

Francis Bacon

David Hinton - 2008 -

Auf seiner zweiten Italienreise malte Velázquez das Porträt von Papst Innozenz X. Dieses Werk faszinierte einen Meister der englischen Malerei des 20. Jahrhunderts: Francis Bacon. Er verfremdete das Original von Velázquez und zeigt den Papst in der gleichen Position, aber schreiend. Bacon fühlte sich auch durch den Schrei der Krankenschwester in Sergej Eisensteins Stummfilm Panzerkreuzer Potemkin inspiriert. Francis Bacon malt den Schrei eines Papstes, der nicht schreien kann nach dem Schrei einer Krankenschwester, die er nicht hören kann. Die Kunst ist laut Philippe Sollers auch „ein Krieg“ und „Kunst ist in Bezug auf das Nichts optimistisch“. So zitiert Sollers in seiner Monographie Francis Bacon. Vielleicht ist es genau „dieser Optimismus in Bezug auf das Nichts“, der so vielen Gemälden von Velázquez dermaßen viel Leben einhaucht.

Manet-Vélasquez : la Manière espagnole du XIXe siècle

Catalogue de l'exposition - 2002 -

In einer Ausstellung im Musée d’Orsay 2002 konnte man nicht nur die Meisterwerke der spanischen Malerei im Goldenen Zeitalter entdecken, sondern auch den Einfluss nachverfolgen, den diese Gemälde auf französische Maler des 19. Jahrhunderts ausübten. Sie lernten viele dieser Meisterwerke als Folgeerscheinung des Napoleonischen Spanienfeldzugs kennen. Viele reisten später nach Madrid und besuchten den Prado, unter ihnen auch Manet, der sich von den Werken Velázquez’ tief beeindruckt zeigte. Er schrieb an seinen Freund, den Maler Zacharie Astruc: „Was mich in Spanien am meisten entzückt hat, und schon dafür allein lohnte sich die Reise, war Velázquez.“

Rubens

Marie-Anne Lescourret - 2004 -

Im Alter von 29 Jahren trifft Velázquez auf Rubens, der sich auf einer offiziellen Reise, die auch diplomatischen Charakter hat, befindet. Der flämische Maler ist 22 Jahre älter. Er wird von seinen Schülern Jordaens und Van Dick begleitet und fast wie ein lebendiger Gott verehrt. Aber Velázquez schaut zu ohne eifersüchtig zu sein. Aus dieser Phase stammen die Bilder Der Triumph des Bacchus und Die Trunkenbolde. Der Spanier vermischt in diesen Werken die Welt der griechischen Mythologie mit dem Alltag von Säufern, als wäre es das Natürlichste der Welt. Amüsant dagegen erscheinen Rubens‘ Bilder im Louvre, die eine offizielle Geschichtsschreibung mit der Mythologie verweben. Bevor man sich die Bilder anschaut, erfährt man in dem Buch von Marie-Anne Lescourret so einiges über Rubens.

Die Elendsviertel im Barock

Le Petit Palais - 2015 -

Der junge Velázquez lernt in seiner Heimatstadt Sevilla zunächst beim strengen Meister Francisco Herrera und später im Atelier von Francisco Pacheco, der kein großer Maler aber ein guter Lehrer ist. Durch Pacheco entdeckt Velázquez Caravaggio und den Blick auf den Alltag, das Straßenleben, die Nacht und die Außenseiter. In der aktuellen Ausstellung im Petit Palais in Paris Les bas fonds du baroque (Die Elendsviertel im Barock) lässt sich auf etwa 70 Gemälden das lasterhafte Rom des Barocks bestaunen. Das Laster kann man aber auch auf einem nächtlichen Spaziergang durch Paris sehen...

Marco Polo Madrid

Marco Polo - 2014 -

Auf die Frage: „Hat Madrid echte Sehenswürdigkeiten?“ wird im Stadtführer Las Meninas von Velázquez in einem Atemzug mit Picassos Guernica genannt. Wer den Prado besichtigt, entdeckt in den Gemälden des offiziellen Hofmalers aber auch die Narren und Bettler, die Velázquez am Hof und in der Stadt frequentierte. Im Übrigen gibt der Stadtführer neben den kulturellen auch kulinarische Tipps. Vor allem in den Bars trifft man vielleicht auf die Nachfahren jener Protagonisten, die Velázquez so einprägsam porträtierte.

Ricardo Bofill

Ricardo Bofill - 2014 -

Der katalanische Architekt Ricardo Bofill hat in Frankreich und Spanien riesige Bauten errichtet wie die Espaces d’Abraxas in Marne La Vallée (Drehort für Brazil und Die Tribute von Panem) mit über 600 Wohnungen, das Quartier Antigone in Montpellier oder den internationalen Flughafen El Prat in Barcelona und den Kongresspalast in Madrid. An Velázquez fasziniert ihn die Vogelperspektive wie bei Veronese oder Vermeer. Vor allem im wohl bekanntesten Bild Las Meninas (Die Hoffräulein) wird der deutlich umrissene Raum, in dem sich Velázquez auch selber ins Bild rückt, umso unschärfer, je weiter man sich von ihm entfernt.

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