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Fantasien

Was bleibt uns noch von Geheimnissen und Fantasien in einer Zeit wo alles sexualisiert ist ? Lähmt das Internet unsere Vorstellungskraft, indem es unsere Fantasien leichter anregt und Lustobjekte so schneller nahe bringt ? Oder öffnen sich neue Möglichkeiten für das Ausleben der Lust? Können Lingerie und erotische Dessous seitdem sie aus den Rotlichtvierteln verschwunden sind weiterhin unsere Fantasien anregen ? Ist die Nacktheit, die politischen Zwecken dient noch erotisch ? Eine Reise voller Umwege ins Land der Fantasie.

Controversy

Prince
1981 -
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Gefährliche Liebschaften

Pierre Choderlos de Laclos
1782 -
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Comtesse

Aude Picault
2010 -
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Can’t Get Enough

Barry White
1974 -
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Shame

Steve McQueen
2011 -
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Sich Verlieren

Annie Ernaux
1994 -
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Die elftausend Ruten

Guillaume Apollinaire
1907 -
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Erotoscope

Tomi Ungerer
2001 -
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Das sexuelle Leben der Catherine M

Catherine Millet
2001 -
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Cabaret Desire

Erika Lust
2011 -
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La Molécule du désir

Alex Varenne
2014 -
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The straight mind

Monique Wittig
2001 -
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The Notorious K.I.M.

Lil’ Kim
2000 -
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Divinyls

Divinyls
1990 -
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Emmanuelle

Just Jaeckin
1974 -
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Controversy

Prince - 1981 -

Prince war schon immer für seine eindeutigen und sexbesessenen Texte und seine Freizügigkeit im Leben bekannt. In seinem vierten Album geht es fast in jedem Song um Sex. Der überdurchschnittlich talentierte und produktive Künstler liefert nach den beiden Eingangssongs Controversy und Sexuality mit Do me Baby seinen expliziten Aufruf zum Koitus, um dann die Masturbation in Private Joy anzusprechen und mit dem Rockabilly Song Jack U Off sexuelle Erfüllung zu versprechen ("Egal ob du Jungfrau bist, Mädchen, oder schon in den Wechseljahren. Ich mach es Dir...").

Gefährliche Liebschaften

Pierre Choderlos de Laclos - 1782 -

Der Briefroman von Pierre Choderlos de Laclos, der schon vor der Revolution die Ausschweifungen der Aristokratie angriff, erschien in Deutschland erstmals 1783. Wegen Sittenlosigkeit wurde das Buch nach der französischen Revolution diverse Male als Skandalroman verboten. In der Handlung liefern sich zwei Meister der Manipulation, die Marquise de Merteuil und ihr Ex-Liebhaber Valmont, ein echtes Duell um Sex, Macht und Verführung. Aber diese Satire kritisiert zugleich auch eine Kaste von Privilegierten, für die Perversion und Machthunger mehr bedeuten als alle Sinnesfreuden.

Comtesse

Aude Picault - 2010 -

Wo verläuft die Grenze zwischen Wunschvorstellungen und der Realität? In diesem Comic (ohne Worte) um das sexuelle Erwachen einer jungen Aristokratin aus dem 18.Jahrhundert untersucht Aude Picault die feine Trennlinie zwischen Begehren und sexueller Erregung. Subtil wird in diesem erotischen Comic eine Initiationsgeschichte erzählt. Die auf den ersten Seiten zunächst unbedarfte Hauptfigur lernt die Wichtigkeit ihrer Wunschvorstellungen bei der Entdeckung ihrer Sexualität allmählich kennen. So werden diese Fantasien zu ihrem Kompass der Lust.

Can’t Get Enough

Barry White - 1974 -

Mit diesem Album, das für den Rolling Stone zu den besten 500 Platten aller Zeiten gehört, eroberte sich Barry White den Status als Don Juan des Rhythm and Blues. In den 90er Jahren stieg er dann zu einem echten Sexsymbol auf. Mit der gleichnamige Single erreichte Barry White mit seiner kavernösen und sinnlichen Stimme eines Disco Lovers den Höhepunkt des Schmachtens mit dem Refrain: „My darling, I can't get enough of your love babe“. Das ist sanft, das ist heiß und unwiderstehlich.

Shame

Steve McQueen - 2011 -

Der britische Regisseur Steve MacQueen behandelt das Thema der Sexsucht mit Fingerspitzengefühl und voller Nuancen. Er nimmt uns mit in den Abgrund von Brandon (Michael Fassbender), einem New Yorker um die Dreißig und seinem krankhaften Verlangen nach Sex. Dabei wirkt er ebenso abstoßend wie berührend. Egal, ob er mit Prostituierten, Frauen oder Männern verkehrt, auf Pornoseiten im Netz oder Masturbation ausweicht: Nichts kann ihn von seinem emotionalen Elend und Selbsthass abhalten. Der Anti-Held wird zum Gefangenen seiner Sexualität und seiner Einsamkeit in einer Stadt, die ihn verschlingt.

Sich Verlieren

Annie Ernaux - 1994 -

Eine Frau liebt einen verheirateten Mann, der in sein Land zurückkehren muss und seine Frau nicht verlassen wird. Das erscheint zunächst wie eine klassische Ehebruchgeschichte. Aber die Stärke des Romans besteht darin, dass sich Literatur und Sex vermischen und wie beides gleichermaßen verblüfft. Die Erzählerin ist wie eine freiwillige Gefangene einer ambivalenten Leidenschaft, die sie zerstört und überwältigt. Sie lebt eine Sexualität aus, die in der Gewalt des Augenblicks verankert ist, dessen Universalität die sexuelle Orientierung übertrumpft.

Die elftausend Ruten

Guillaume Apollinaire - 1907 -

Als im Jahr 1987 eine Liebhaberedition von Apollinaires Erotikroman „Die elftausend Ruten“ wegen Gewaltverherrlichung von der Staatsanwaltschaft München beschlagnahmt wird, gerät das Buch fast 80 Jahre nach seiner französischen Erstveröffentlichung wieder in die Schlagzeilen. Apollinaire hatte diese fiktive Geschichte um das ausschweifende Leben des rumänischen Fürsten Mony Vibescu nur keusch unter seinen Initialen „GA“ veröffentlicht. Vor dem Hintergrund politischer Intrigen – bis hin zum Russisch-Japanischen Krieg 1905 – geht es in diesem pornographischen Buch um alle Formen der Sexualität, schlimmste Folter und andere Obszönitäten. Politische und sexuelle Gewalt gehen ineinander über, und der Mensch ist hier nur ein rasender Triebtäter. Sein Hang zur Macht führt zur (Selbst-) Zerstörung.

Erotoscope

Tomi Ungerer - 2001 -

Der große Tomi Ungerer, 1931 in Straßburg geboren und in den 50er Jahren in die USA ausgewandert, hat über 150 Bücher illustriert. Bekannt ist er vor allem als Kinderbuchautor und für so liebevolle Geschichten wie „Die drei Räuber“. Aber der Elsässer bringt auch erotische Bilderbücher für Erwachsene heraus. In seinem 2001 erschienenen Sammelband „Erotoscope“ sind über 200 dieser sehr erotischen Zeichnungen zusammengefasst. In den USA stehen die Bücher von Tomi Ungerer auf dem Index. In einem Interview sagte er dazu: „In Amerika ist es inakzeptabel, Kinderbuchautor zu sein und erotische Satire zu verfassen. Hier in Europa haben wir damit kein Problem.

Das sexuelle Leben der Catherine M

Catherine Millet - 2001 -

Wer hätte gedacht, dass die Chefredakteurin der renommierten Zeitschrift Art Press eine überzeugte Swingerin war. Dabei geht es nur um das "Eine" in diesem Werk von Catherine Millet, die mit derber Direktheit und großer Präzision von sexuellen Abschweifungen schreibt, die auch einen Marc Dorcel erröten ließen. In dieser langen Abhandlung konsumierter Körper besteht alles aus Fleischeslust, Poren, Körperöffnungen und "Feucht-Sein". Mit ihrem erdrückenden und rasenden Bericht schafft die Autorin eine irritierende Distanz zwischen Intimität und Schrift und schafft so ein halb literarisches, halb künstlerisches Ausnahmewerk, das sich aller Normen entzieht.

Cabaret Desire

Erika Lust - 2011 -

Zunächst wirkt dieser 5. Spielfilm der schwedischen Regisseurin und Produzentin so banal wie die meisten Pornos. Die Dialoge sind spärlich, eine Handlung existiert kaum. Und doch ist die in Barcelona lebende Erika Lust eine Pionierin in Sachen feministischer Porno, weil sie die Frau und weibliche Fantasien in den Mittelpunkt der Handlung stellt. Sie filmt realistisch erscheinende Bisexualität und umschifft die Klippen des klischeebeladenen Androzentrismus'.

La Molécule du désir

Alex Varenne - 2014 -

Der französische Zeichner Alex Varenne ist ein Meister des erotischen Schwarz-Weiß-Comics. In Deutschland sind nur wenige seiner Comics wie Erma Jaguar oder Berlin Strasse erschienen. Seit fast 15 Jahren erscheint in Frankreich die Comic-Serie La molécule du désir um ein Molekül der Lust, das Frau Dr. Steiner an ihrer japanischen Assistentin Yumi testet. Das liefert einen perfekten Vorwand für die verschiedensten sexuellen Geschichten und Handlungen. Yumi löst so bei jedem Mann, den sie trifft, unbändige, tierische Lust aus. Bei aller Erotik wird auch die Lust und ihre Entstehung hinterfragt und wie man sie zügelt und auslebt.

The straight mind

Monique Wittig - 2001 -

Männer und Frauen existieren nicht. Das ist der Ausgangspunkt der Überlegungen von Monique Wittig in ihrem Standardwerk über zeitgenössische feministische Strömungen. Die Autorin unternimmt eine Dekonstruktion der Geschlechter als politisches Konzept. Sie behauptet, die Binarität der Gesellschaft (Frauen/Männer, Dominierende/Dominierte, Privat/Öffentlich) diene nur dazu, die Illusion einer natürlichen Heterosexualität aufrecht zu erhalten, die Homosexualität im Plural und vor allem Lesben ausschließt. Die selbst erklärte Materialistin schlägt vor, über die Grenzen definierter Geschlechterbegriffe hinauszudenken, um so der geistigen Versklavung zu entfliehen.

The Notorious K.I.M.

Lil’ Kim - 2000 -

Obwohl man die trashigen Texte in amerikanischen Radiosendern mit den unvermeidlichen „Beep’s“ zensierte, wurde das zweite Album der New Yorker Rapperin ein Riesenerfolg. Die junge MC Barbie geht die Sexualität und die Lust der Frauen mit großer verbaler Freizügigkeit an. Vor allem in der Single „How Many Licks“, gesungen im Duo mit dem Sänger Sisqo, könnte der Refrain kaum eindeutiger sein („Wie viele Zungenschläge braucht man, um zum Zentrum der...zu gelangen?“). In diesem Song listet sie ihre männlichen Eroberungen auf und steht zu ihrer Leidenschaft für Oralsex.

Divinyls

Divinyls - 1990 -

Die australische Rockband, die musikalisch auf hard rock und new wave setzt, verdankt den Erfolg ihres gleichnamigen Albums der Hitsingle "I touch myself", gesungen von der sinnlichen Chrissy Amphlett. Diese Verherrlichung der weiblichen Masturbation (if I think of you, I touch myself) hat so einige Puritaner in Rage gebracht. Der Skandal erreicht seinen Höhepunkt, als das Video veröffentlicht wird, das in einem kalifornischen Kloster in Passadena gedreht wurde. Es wird sofort zensiert und für das Fernsehen verboten.

Emmanuelle

Just Jaeckin - 1974 -

Die Erfolgsgeschichte ist bekannt. Dreizehn Jahre lang wird "Emmanuelle" in Pariser Kinos gezeigt, und nur der damalige Staatspräsident Valérie Giscard D'Estaing rettet den Film vor der Zensur. Heute mag uns dieser Softporno nur noch kitschig erscheinen, aber er bleibt dennoch ein Klassiker des erotischen Films und bietet Frauen sogar ein emanzipatorisches Modell an. Denn mit ihren sexuellen Fantasien lebt Emmanuelle ihre Selbstverwirklichung aus. Ob sie mit Frauen oder Männern schläft, Sex zu zweit oder Dreier hat, entscheidet sie immer selbst. Damit entgeht sie den abgedroschenen Klischees der eifersüchtigen Frau.

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