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Die Wirtschaft oder der neue Wirtschaftsdschungel

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Der Crash von 1929 gilt als die erste Weltwirtschaftskrise, die unsere Welt erschütterte. Seitdem folgten die Ölkrise von 1973, die geplatzte Spekulationsblase der Dotcom-Unternehmen im Internet 2000 und die Finanzkrise um die Subprimes 2007. So gesehen befindet sich unsere Zivilisation im Zustand einer permanenten Krise. Zu den tragischen Konsequenzen für die Betroffenen, denen wir tagtäglich begegnen, kommen jedoch die Lügen, die Verachtung, ja sogar der Zynismus der Krisen-Profiteure hinzu, die das Gefühl von Ungerechtigkeit immer mehr verstärken. Die Lösung findet man vielleicht in der Fiktion, die sich schon immer in einem fruchtbaren Austausch mit der Wirtschaft befand. Und Künstler erhellen oft die Wirklichkeit, indem sie sich Intrigen mit den Helden und den Verlierern des Wirtschaftswachstums ausdenken.

Der ewige Gärtner

Fernando Meirelles
2005 -
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Der Tulpen bitterer Duft 

Zbignew Herbert
2014 -
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Alle meine Wünsche

Grégoire Delacourt
2012 -
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Fegerfeuer der Eitelkeiten

Tom Wolfe
1987 -
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Margin Call – Der große Crash

Jeffrey C. Chandor
2011 -
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Die Schatten der Globalisierung

Joseph E. Stiglitz
2002 -
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Master of the Universe

Marc Bauder
2014 -
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Scarface

Brian De Palma
1983 -
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Vermeers Hut

Timothy Brook
2010 -
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We're Only in It for the Money

Frank Zappa & the Mothers of Invention
1968 -
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Streik

Sergueï Eisenstein
1925 -
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The Who Sell Out

The Who
1967 -
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Börse oder Leben / Houellebecq économiste

Bernard Maris
2014 -
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Das Kapital im 21 Jahrhundert

Thomas Piketty
2013 -
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Der Foundation Zyklus

Isaac Asimov
1942-1950 -
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Der ewige Gärtner

Fernando Meirelles - 2005 -

Für einige rechtfertigt die Marktwirtschaft auch unorthodoxe Methoden wie den Flirt mit Verboten oder Korruption. Dabei ist ihnen das Gemeinwohl herzlich egal. In „Der ewige Gärtner“, der Verfilmung des gleichnamigen Romans von John Le Carré, unternimmt ein britischer Diplomat auf eigene Faust eine Recherche. Gegen den Willen seiner Vorgesetzten versucht er herauszufinden, warum seine Frau in Kenia sterben musste. Sie war dabei, die Machenschaften der Pharmaindustrie aufzudecken. In Zeiten von gentechnisch veränderten Organismen und dem Versuch großer Labore, sich menschliche Zellen patentieren zu lassen, kann es einem bei dieser Fiktion nur kalt den Rücken herunterlaufen.

Der Tulpen bitterer Duft 

Zbignew Herbert - 2014 -

Eine Erzählung vor dem Hintergrund des Tulpenfiebers im Holland des 17. Jahrhunderts. Tulpen wurden zu einer so begehrten Ware, dass die Spekulationen mit den Blumen ganz seltsame Blüten trieben. Das führte dann zum Ruin der Tulpenspekulanten und darf getrost als Metapher gelesen werden. Würde man die Zeiten wechseln und die Tulpen durch das Internet ersetzen, bekäme man einen sehr guten Roman über das Platzen der Internetblase im Jahr 2000.

Alle meine Wünsche

Grégoire Delacourt - 2012 -

Kann man den Verlockungen des Konsums widerstehen? Und eine riesige Geldsumme ablehnen, Dank derer man nie wieder materielle Sorgen im Alltag hätte und die das Leben für immer verändern würde? Diese Fragen stellt sich Jocelyne, als ihr ein Lottogewinn von über 18 Millionen Euro ins Haus flattert. Und diese Frage stellen sich nicht nur die Protagonistin aus dem Roman von Grégoire Delacourt, sondern alle Kritiker des Wildwestkapitalismus, der Privatisierung von Sozialdiensten und auch jene, die für eine Weltwirtschaft mit menschlichem Antlitz plädieren.

Fegerfeuer der Eitelkeiten

Tom Wolfe - 1987 -

Sherman McCoy, die Hauptfigur in Tom Wolfes Roman, illustriert, wie man sich in den 80er Jahren einen erfolgreichen Geschäftsmann und „Wolf der Wall Street“ vorstellte: schöne Ehefrau, hübsche Geliebte, große Wohnung und eine Rolex, bevor man 50 Jahre alt wird....Und dann, nach einem banalen Verkehrsunfall mit Fahrerflucht, fällt die schöne Fassade in sich zusammen. Hinter der Geschichte um einen Skrupellosen, dessen Skrupellosigkeit sich wie ein Boomerang gegen ihn selbst wendet, denunziert Tom Wolfe die Scheinheiligkeit eines ganzen Systems, in dem nur die Geldgier als einziger gemeinsamer Nenner existiert.

Margin Call – Der große Crash

Jeffrey C. Chandor - 2011 -

Der junge Mitarbeiter einer Großbank findet heraus, dass sich seine Bank mit toxischen Wertpapieren verspekuliert hat, die in die Pleite führen könnten. Die Bosse entscheiden trotzdem, die nun wertlosen Aktien und Papiere schnell zu verkaufen. Dabei gehen sie das Risiko ein, dass weltweit das Finanzsystem zusammen bricht... Dieser brillante Independent-Film erinnert fatal an das Schicksal der Lehman Brothers und von Goldman Sachs oder wie der Zynismus der Banker eine Weltwirtschaftskrise auslösen kann.

Die Schatten der Globalisierung

Joseph E. Stiglitz - 2002 -

„Die Globalisierung funktioniert nicht. Weder für die Armen der Welt noch für die Umwelt. Die Globalisierung funktioniert auch nicht für die Stabilität der Weltwirtschaft.“ Die Thesen von Stiglitz aus seinem Bestseller Die Schatten der Globalisierung haben seit seiner Veröffentlichung 2002 wie ein Blitz eingeschlagen. Denn Joseph E. Stiglitz ist Wirtschaftsnobelpreisträger, ein ehemaliger Berater von Bill Clinton, und er war der Vizepräsident der Weltbank. In diesem Sachbuch, das sich wie ein Roman liest, erklärt der Autor, was heute und in der Zukunft für die Welt auf dem Spiel steht.

Master of the Universe

Marc Bauder - 2014 -

Man könnte glauben, es handelte sich hier um eine Fiktion über einen geständigen Mafioso. Aber der „Meister des Universums“, der sich in diesem Dokumentarfilm offenbart, ist sehr real. Der deutsche Banker Rainer Voss hat mit Anfang 50 beschlossen auszupacken und gibt Einblicke hinter die Kulissen der modernen Finanzwelt. Es geht um die Milliarden, die er bewegte, die Millionen, die er verdiente, weil die Märkte dereguliert wurden. Voss spricht über immer raffiniertere Finanzprodukte, sein Gefühl der Macht, das Leben in den Unternehmen, in denen die Abkoppelung vom wahren Leben in eine sektenähnliche Parallelwelt mündet. Lehrreich.

Scarface

Brian De Palma - 1983 -

Als der kubanische Gangster Tony Montana in Miami auftaucht, lernt er schnell. Aus den Gesetzen des Marktes werden bei Montana die Gesetze des Dschungels. So erobert er den lokalen Markt, destabilisiert die Konkurrenz und etabliert höhere Einstiegshürden... In der Wall Street sagt man dazu: „Um es zu schaffen, musst du der Erste sein oder betrügen.“ Tony Montana wird einfach der Brutalste, der das Wort Skrupel aus seinem Vokabular gestrichen hat.

Vermeers Hut

Timothy Brook - 2010 -

Die Globalisierung und den Warenaustausch zwischen Europa und China gibt es nicht erst, seit sich das kommunistische China Anfang der 1980er Jahre wirtschaftlich öffnete. Davon erzählt uns Timothy Brook, indem er sich sieben Gemälde von Vermeer genauer anschaut. So untersucht er in den Geschichten hinter den Kunstwerken die Handelswege des 17.Jahrhunderts, also wie z.B. in Peru hergestellte Silbermünzen dazu führten, dass Europäer in China Porzellan aufkauften, das in Holland weiter verarbeitet wurde. Eine schöne Geschichtsstunde, die uns daran erinnert, dass es sich beim Handelsaustausch einst um echte Ware zwischen zwei Käufern handelte, bevor der Handel anonym und digital wurde.

We're Only in It for the Money

Frank Zappa & the Mothers of Invention - 1968 -

Aufgenommen mitten im „Sommer der Liebe“ 1967, greift Frank Zappa mit seiner damaligen Band die triumphierende Hippie Bewegung an. Das Plattencover ist eine Parodie auf Sgt. Pepper's der Beatles und der sarkastische Titel („Wir machen das nur fürs Geld“) fasst das Credo zusammen: Die Gegenkultur wird wie eine Pseudorevolte beschrieben, die von der Musikindustrie längst vereinnahmt worden ist, um mehr Platten zu verkaufen. Somit ist das ganze nur ein weiterer Beweis dafür, dass der Kapitalismus in der Lage ist, aus allem Profit zu schlagen, sogar aus Kapitalismuskritik....Davon abgesehen, ist es ein großartiges Album. Zappa spielt alle Genres von den 50er Jahren bis zur klassischen Avantgarde und macht sich über den Pazifismus lustig („Ich werde auch die Bullen lieben, die mich zusammenschlagen“) oder aber über den Hang der Hippies zur Nacktheit im Song „What’s the ugliest part of your body“.

Streik

Sergueï Eisenstein - 1925 -

Der vom jungen Sowjetstaat in Auftrag gegebene Propagandafilm war der erste Langspielfilm des Regisseurs von Panzerkreuzer Potemkin. Und Sergej Eisenstein ist nicht zimperlich, wenn es um die Denunziation der kapitalistischen Hölle in der Zeit vor 1917 geht: Die Fabrik wird wie ein Schlachthaus gefilmt, die Masse der revoltierenden Proletarier wie ein einziger und gleicher „Held“. Die Bosse fressen sich voll, während ihre Handlanger den Streik unterdrücken...Aber trotz dieser didaktischen Schwerfälligkeit erkennt man in jeder Einstellung und in jedem Schnitt Eisensteins Talent. Dieses Werk ist noch ein Zeugnis der quicklebendigen sowjetischen Avantgarde, die in den ersten Jahren des Sowjetregimes präsent war und schnell vom sogenannten „Sozialistischen Realismus“ abgelöst werden sollte.

The Who Sell Out

The Who - 1967 -

Bei der Veröffentlichung dieses Albums kurz vor Weihnachten 1967 geben die Autoren von „My Generation“ dem Zeitgeist nach. Sechs Monate nach Sgt. Pepper's von den Beatles suchen die angesagten britischen Bands nach ihrem eigenen Konzeptalbum mit Pop Art Cover. Bei „The Who Sell Out“ werden die einzelnen Songs, wie der legendäre Hit I can see for miles“, zwischendurch von herrlichen Reklamejingles begleitet, die an die Übertragungen des Piratensenders „Radio London“ erinnern, der das Monopol der BBC von 1964 an erschütterte. Heute, in Zeiten gigantischer Rocktourneen unter dem massiven Einfluss der Sponsoren, wirken die Künstler wie Werbeträger und The Who wie Propheten, die den Sieg des Big Business über die Unterhaltungsindustrie voraussagten.

Börse oder Leben / Houellebecq économiste

Bernard Maris - 2014 -

Das wohl größte Verdienst des von den „Charlie Hebdo“-Attentätern ermordeten Wirtschaftsjournalisten Bernard Maris bestand darin, komplizierte Wirtschaftszusammenhänge verständlich zu beschreiben. In seinem Buch Börse oder Leben entlarvt er die Scheinheiligkeit von Diskursen, die auch Kleinanlegern enorme Profite an der Börse versprechen. Im vorigen Jahr erschien in Frankreich auch sein Essai Houellebecq économiste. Darin zitiert Maris die großen Ökonomen Marx, Keynes und Schumpeter um zu beweisen, dass Houellebecq ein großer visionärer Schriftsteller seiner Zeit ist, der die knallharte Marktwirtschaft und Agonie des Kapitalismus literarisch verarbeitet.

Das Kapital im 21 Jahrhundert

Thomas Piketty - 2013 -

Die populärste Gleichung nach „E=mc2“ hat der französische Ökonom Thomas Piketty aufgestellt. Sein Buch wurde innerhalb weniger Monate zu einem Weltbestseller. Die einfache Formel lautet: r>g: also die Gewinne aus dem Kapital (r) werden immer höher sein als die Wachstumsrate (g). Anders formuliert: Wer ein Vermögen besitzt, bereichert sich schneller als der Durchschnittsbürger. Aus diesem Grund verstärkt sich die soziale Ungerechtigkeit. Die Stärke dieser These besteht darin, dass Piketty umfangreiche Daten aus 20 Ländern auswertete. Mit Hilfe vieler Kollegen aus der ganzen Welt untersucht Piketty die Verteilung von Reichtum seit dem Beginn des XX. Jahrhunderts. Zu den weiteren Zutaten des Erfolgs gehören zahlreiche literarische Zitate von Jane Austen bis zu Balzac.

Der Foundation Zyklus

Isaac Asimov - 1942-1950 -

Ließ sich die Finanzkrise von 2007/2008 voraussagen? Wird das Wachstum in Europa wieder anziehen? Die Fähigkeit, wirtschaftliche Entwicklungen vorauszusehen, steht im Mittelpunkt von Diskussionen unter Wissenschaftlern: Aber nur wenige nehmen das Thema so ernst wie Paul Krugman, der amerikanische Wirtschaftsnobelpreisträger von 2008. In seinen Arbeiten über internationalen Handel und Standortverlagerung behauptet er sogar, dass er seine Inspiration einem berühmten Science-Fiction-Roman verdankt. Genauer gesagt, der Figur des Hari Seldon, einem Statistiker und Erfinder der „Psycho-Geschichte“ einer (fiktiven) Wissenschaft, die anhand von Gleichungen die Zukunft menschlichen Verhaltens voraussagen kann.

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