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Woody Allen

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In der zeitgenössischen Filmwelt ist Woody Allen gleichzeitig ein Dinosaurier und ein Mythos. Aber auch ein Filmemacher mit einer metronomischen Regelmäßigkeit, der weiterhin jedes Jahr einen, meistens leichtbeschwingten und tiefgehenden Film liefert. Das Universum des Cineasten hat sich seit seinen Anfängen in den 1960-er Jahren ständig entwickelt, es entfernte sich nach und nach von seiner New Yorker Heimat, um in diesen letzten zehn Jahren in Europa zu landen: Paris, die Côte d’Azur, London, Barcelona, Rom… Es handelt sich hier darum, einen Gesamtüberblick seines Werks zu finden, das es verdient, über die Archetypen die es hervorgebracht hat hinaus, aus einer neuen, transversalen Sicht heraus betrachtet zu werden.

La Nuit des forains

Ingmar Bergman
1953 -
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Drei Schwestern

Anton Tchekhov
1900 -
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Match Point

Woody Allen
2005 -
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Proze

Franz Kafka
1925 -
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Casablanca

Michael Curtiz
1942 -
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King Lear

Jean-Luc Godard
1987 -
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La Dialectique peut-elle casser des briques ?

René Viénet
1973 -
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Antz

Eric Darnell
1998 -
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Man on the Moon

Milos Forman
1999 -
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September Songs

Kurt Weill
1938 -
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At Carnegie Hall, 1946

Woody Herman
1946 -
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Stadtneurotiker

Woody Allen
1977 -
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Sabbaths Theater

Philip Roth
1995 -
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Die Groucho-Letters

Groucho Marx
1971 -
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Greenberg

Noah Baumbach
2010 -
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La Nuit des forains

Ingmar Bergman - 1953 -

Gycklarnas afton, auf deutsch Abend der Gaukler ist einer der allerersten Filme von Bergman, den Woody Allen als Jugendlicher in einem Kino von New York entdeckt hatte. Von dieser existentiellen Tragikomödie sehr beeindruckt, die sich in einem Zirkus abspielt, hegte der zukünftige Autor von Innenleben, Verbrechen und andere Kleinigkeiten oder Ehemänner und Ehefrauen eine leidenschaftliche Bewunderung für den schwedischen Meister. Eine Bewunderung die niemals nachgelassen hat, denn Bergman ist heute noch der bevorzugte Filmemacher von Woody Allen und hat einen

Drei Schwestern

Anton Tchekhov - 1900 -

Wie Woody Allen selbst sagt: „Ich habe noch nie jemanden getroffen, der Tschechow nicht liebte.“ Als großer Bewunderer von Tolstoi, welchem er in Die letzte Nacht des Boris Gruschenko auf sehr unkonventionelle Art Ehre erweist, ist Woody Allen zweifellos noch mehr vom Geist von Tschechow geprägt. Hannah und ihre Schwestern oder September verweisen übrigens direkt auf Drei Schwestern, eines der Meisterwerke des russischen Dramatikers und Novellisten, der mit einer erbarmungslosen Sanftheit auf die Verheerungen des Zahns der Zeit und das Scheitern unvollendeter Leben hinweist.

Match Point

Woody Allen - 2005 -

Zu Beginn der 2000er-Jahre ist Woody Allen an einem Tiefpunkt angelangt. Einige gehen sogar soweit zu glauben, dass er am Ende ist. Und dann erscheint 2005 Match Point, ein in London gedrehter Melodram-Thriller, der die Problematik von Verbrechen und andere Kleinigkeiten neuerlich anhand von komplexen Beziehungen zwischen Schuldgefühl, Zynismus, Moral und Verbrechen aufwirft. Die Wiederaufnahme seiner Tätigkeit als Filmemacher wird von einer Verjüngung des Castings begleitet, mit Jonathan Rhys-Meyers und vor allem Scarlett Johansson. Im Nachhinein gesehen erweist sich Match Point als einer der seltenen hitchcockschen Filme von Woody Allen und einer der unumstrittenen Erfolge seiner langen Karriere.

Proze

Franz Kafka - 1925 -

Die Fantastischen Erzählungen von Kafka sind Woody Allen natürlich nicht unbekannt, vor allem schon daher, weil sie direkt mit den schrecklich witzigen und verheerenden Geschichten verbunden sind, die es die jüdische Gemeinschaft verstanden hat, im Laufe der Jahrhunderte zu erfinden, um den Verfolgungen zu kontern. Der Prozess ist das paranoischste Buch von Kafka und damit sein erfolgreichstes, mit diesem Hauch von Prager Absurdität, der seinen ganzen Charme ausmacht. Woody Allen ließ sich davon direkt in Schatten und Nebel inspirieren, eine finstere Fantasie in schwarz-weiß, die auf den Nazismus und den deutschen Expressionismus anspielt.

Casablanca

Michael Curtiz - 1942 -

Dieser große Klassiker des amerikanischen Films, mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman, ist die wichtigste Referenz von Woody Allen für sein Erfolgsstück Play it Again Sam, auf Deutsch, Mach's noch einmal, Sam. Zu Beginn der 1970er-Jahre wird das Stück unter der Regie von Herbert Ross zu einem berühmten Film, in dem Woody Allen, selbst mit einem Aussehen das eher stark vom seinem Vorbild abweicht, sich endgültig mit Bogey, seinem Helden, im berühmten Film von Michael Curtiz identifiziert.

King Lear

Jean-Luc Godard - 1987 -

Man weiß, dass Woody Allen Godard bewundert. Dies ist umgekehrt jedoch nicht unbedingt der Fall. Obwohl Jean-Luc Godard Woody Allen dazu eingeladen hat, neben Peter Sellars, Norman Mailer oder Leos Carax, in seinem König Lear zu spielen, eine sehr freie Inszenierung des Werks von Shakespeares, produziert vom Duo Golan und Globus, auch Cannon genannt. Woody Allen hat nicht wirklich verstanden was mit ihm geschehen ist, er hat übrigens den Film von Godard niemals gesehen. Es fand jedoch etwa zum selben Zeitpunkt ein weiteres Zusammentreffen zwischen den zwei Filmemachern statt, ein gefilmtes Gespräch in Form eines „nebeneinander Vorbeiredens“ mit dem nüchternen Titel Jean-Luc Godard Meets Woody Allen.

La Dialectique peut-elle casser des briques ?

René Viénet - 1973 -

Der berühmte Situationisten-Film, realisiert von René Viénet in 1973, Can dialectics break bricks? verwendet systematisch die existierenden Dialoge eines Kungfu-Films, die er mit Anspielungen auf Bakunin, Marx oder Wilhelm Reich spickt. Einige Jahre vorher, genau gesagt in 1966, hatte Woody Allen, weniger für seine Sympathie für die internationalen Situationisten bekannt, in What's Up Tiger Lily diese selbe Technik der Nachahmung eines Films der japanischen Yakuzas eingesetzt. Das Ergebnis ist urkomisch und hat sehr wahrscheinlich René Viénet beeinflusst, selbst wenn man davon nicht den eindeutigen Beweis besitzt....

Antz

Eric Darnell - 1998 -

Der Trickfilm gehört nicht zum DNA von Woody Allen, der sich als Filmemacher anscheinend niemals an dieser Art Abenteuer interessiert hat. Seine einzige Erfahrung auf diesem Gebiet bestand darin, Z, dem Helden des computeranimierten Trickfilms Antz – Was krabbelt da? von Dreamworks seine Stimme zu leihen. Sein Sinn für Selbstironie vollbringt in dieser eher ungewöhnliche Rolle Wunder. Die Stimme von Woody Allen ist in bester Begleitung, denn sie befindet sich unter anderen neben jenen von Sharon Stone, Gene Hackman, Sylvester Stallone, Anne Bancroft oder Jennifer Lopez.

Man on the Moon

Milos Forman - 1999 -

Woody Allen bewunderte immer schon Performers und andere Stand-up-Schauspieler, eine Kunst die er anfangs selbst ausgeübt hatte, wie Lenny Bruce, Elaine May oder vor allem Mort Stahl. In dieser Generation gibt es eine Person die sich vollkommen abhebt. Es handelt sich um Andy Kaufman, der mit der Provozierung sehr weit gegangen ist, und selbst darüber hinaus, indem er eine absurde und für seine Zuschauer vollkommen destabilisierende Welt erfand. Genau diese außergewöhnliche Figur interpretiert Jim Carrey, halb Jerry Lewis, halb Woody Allen, auf hervorragende Art in Der Mondmann, eine geniale und sehr persönliche Filmbiografie, inszeniert von Milos Forman.

September Songs

Kurt Weill - 1938 -

Woody Allen liebt die amerikanische Musik der 1930er- und 40er-Jahre und man kann dies aus seinen Filmen heraus hören. Zu seinen beliebtesten Songs gehören jene von Cole Porter und Kurt Weill, Wahlamerikaner nachdem er das Nazi-Deutschland verlassen hatte. Das Lied das Woody Allen am besten gefällt ist zweifellos der September Song, ein Klassiker von dem es viele Coverversionen, zum Beispiel von Sarah Vaughan oder James Brown gibt, und den uns der Filmemacher insbesondere in Radio Days mehrmals hören lässt. Dieser September Song stammt ursprünglich aus dem Musical von Kurt Weill, Knickerbocker Holiday (1938), eine versteckte Kritik von Roosevelts New Deal, die ebenfalls auf den Nazismus und den Stalinismus anspielt.

At Carnegie Hall, 1946

Woody Herman - 1946 -

Wenn auch Sidney Bechet die erste große Entdeckung von Woody Allen auf dem Gebiet des Jazz und insbesondere jenem der Klarinette war, ein Instrument das der Filmemacher schon lange spielt, dann ist es zweifellos Woody Herman, Dirigent und Klarinettist, der ihn am direktesten inspiriert hat. Tatsächlich hat Woody Allen, unter dem Namen Allen Stewart Königsberg geboren, seinen Künstler-Vornamen zu Ehren dieses berühmten Musikers gewählt. In dieser Live-Aufzeichnung aus dem Jahr 1946 übertrifft sich das Orchester auf der Bühne der Carnegie Hall von New York, bis zur Darbietung des Ebony Concerto, das Strawinsky für die Jazzband und die Klarinette des hervorragenden Woody Herman komponiert hatte.

Stadtneurotiker

Woody Allen - 1977 -

Wenn man einem Außerirdischen der auf der Erde ankommt einen Film von Woody Allen empfehlen müsste, wäre dies sicherlich Der Stadtneurotiker, ein entscheidender Film der seinem Schaffen eine neue Richtung gibt. Nach einigen Jahren der Burleske, der Parodie und des zügellosen Nonsens zeigt Der Stadtneurotiker Woody Allen voll beim Entwickeln des neuen Universums, das bis in die 2000er-Jahre das seine ist: Einige Straßen von Manhattan, ein witziges und intellektuelles Getändel, Figuren die aus ihrer Neurose ein ergreifendes und komisches Aushängeschild machen, und vor allem hervorragende Schauspieler, Diane Keaton und Woody Allen, mit einem sagenhaften Rhythmus und Charme.

Sabbaths Theater

Philip Roth - 1995 -

Auch wenn der Schriftsteller Philip Roth nicht unbedingt Fan der Filme von Woody Allen ist, so besteht dennoch eine offensichtliche Parallele zwischen den zwei Künstlern. Alle beide sind Sprachrohr eines typisch jüdischen Humors von New York und verkörpern auf wunderbare Art eine städtische Künstelei ohne gleichen, mit Ausnahme von Saul Bellow, ein weiterer jüdisch-amerikanischer Schriftsteller, der unter seinem Namen in Zelig auftritt. Im Sabbaths Theater, vielleicht sein Meisterwerk, zeigt sich Roth in der Rolle eines obszönen Marionettenspieler, als ob Woody Allen plötzlich eine banalere Dimension annehmen würde...

Die Groucho-Letters

Groucho Marx - 1971 -

Zusammen mit Charlie Chaplin und Bob Hope, für welchen er anfangs als Gagman arbeitete, ist Groucho Marx der bevorzugte Komiker von Woody Allen. Es ist unweigerlich, dass dieser absurde Nonsens-Esprit des Schnauzbartträgers dem Schauspieler und Filmemacher gefällt, der ihm übrigens in Alle sagen: I love you in Form eines Balletts direkt Ehre erweist, in welchem das Bildnis von Groucho vervielfacht wird. Die Korrespondenz von Groucho ist vielleicht die beste Art, in den Geist dieses berühmten Komikers hinein zu sehen, insbesondere in seinem berühmten und amüsanten Brief an die Warner Brothers.

Greenberg

Noah Baumbach - 2010 -

Unter den Schauspielern von heute hat der unnachahmliche Woody Allen nur wenige Nachfolger die sich abzeichnen. Der einzige der mit ihm verglichen werden kann ist zweifellos Ben Stiller, zeitgenössischer Inbegriff des ewigen jüdischen Humors. Ohne Frage kommt er ihm in Greenberg, dem ausgezeichneten Film von Noah Baumbach, Weggefährte von Wes Anderson, am nächsten. In der Person des ewigen, depressiven New Yorker Jugendlichen, der nach Los Angeles ausgewandert ist, findet Ben Stiller eine Art Gegenstück, in boshafterer, finsterer Form, des Woody Allen zur Zeit von Der Stadtneurotier. Ein Film, in welchem man den New Yorker Schauspieler und Filmemacher während einer Sequenz in ein Los Angeles getaucht sieht, das ihm vollkommen fremd ist.

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