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Skandale

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Ereignisse, Filme, Bücher und Musik, die im 19. Jahrhundert, vor allem in den prüden 1950er Jahren noch für Skandale gut waren, bringen uns heute eher zum Schmunzeln. Aber die sogenannten guten Sitten sind einer permanenten Veränderung unterworfen. Heute haben Präsidenten Geliebte oder neue Lebensgefährtinnen. Die Tugendwächter von einst werden nun durch Anwälte oder Interessenverbände ersetzt. Rockmusiker machen Werbung für große Marken und das Internet, und die sozialen Netzwerke sind die Nachfolger der Schmuddelpresse. So bleibt nur auf ARTE der Sommer voller Skandale mit einem gut gewürzten, kreativen und mutigen Programm.

Wendekreis des Krebses

Henry Miller
1934 -
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Der Fauvismus: Ursprünge und Entwicklung, Gebundene Ausgabe

Giry-Marcel
1981 -
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Never Mind The Bollocks, Here’s the Sex Pistols

The Sex Pistols
1977 -
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Das große Fressen

Marco Ferreri
1973 -
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SEX

Madonna
1992 -
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Kunstskandale

Heinz Peter Schwerfel
2001 -
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Das Schweigen des Geldes. Die Clearstream-Affäre

Robert-Denis
2011 -
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Margin Call - Der große Crash

Chandor-J.C.
2011 -
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Basic Instinct

Verhoeven-Paul
1992 -
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Perfidia / Extorsion

Ellroy-James
2014/2015 -
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Larry Flynt (The People VS. Larry Flynt)

Milos Foreman
1996 -
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Wendekreis des Krebses

Henry Miller - 1934 -

Geschrieben wurde Millers erstes bedeutendes Buch 1931. In Wendekreis des Krebses geht es um das Leben eines Antikonformisten. In Paris wurde das Buch bereits 1934 veröffentlicht, in den USA erst 1961 und sofort wegen „Obszönität“ juristisch verfolgt. "Dies ist kein Buch im gewöhnlichen Sinn des Wortes", meinte Henry Miller", dies ist eine fortwährende Beleidigung, ein Maulvoll Spucke ins Gesicht der Kunst, ein Fußtritt für Gott, Menschheit, Schicksal, Zeit, Liebe, Schönheit.". 1964 durfte sein Roman dann endlich auch in den USA unzensiert erscheinen und findet sich in einer Reihe mit Skandalbüchern wie Madame Bovary von Gustave Flaubert, oder Die Blumen des Bösen von Charles Baudelaire wieder.

Der Fauvismus: Ursprünge und Entwicklung, Gebundene Ausgabe

Giry-Marcel - 1981 -

Im „Herbstsalon“ kommt es 1905 zum Skandal. Der Kritiker Louis Vauxcelles betritt einen Saal mit Werken von Matisse, Derain, Marquet … Er spricht von von einer „Orgie der reinen Farben“ von einem „Käfig voller Wilder (Fauves)“. Und so werden diese Fauvisten fortan bezeichnet. Sie wenden sich vom Naturalismus ab und setzen auf leuchtende, intensive Farben. Das Räumliche der Malerei findet nur noch in der Phantasie statt. So malt Matisse mit Der grüne Streifen. Bildnis Madame Matisse (1905) das Porträt seiner Frau, durch deren linke Gesichtshälfte sich ein grüner Schatten zieht. Diese Skandalbilder von einst erzielen heute astronomische Spitzenpreise.

Never Mind The Bollocks, Here’s the Sex Pistols

The Sex Pistols - 1977 -

Ende der 1970er Jahre, kurz vor der Thatcher-Zeit, konnte England seiner Jugend bis auf Arbeitslosigkeit und Langeweile kaum etwas bieten. So radikalisierte sich die Rockmusik, und einige Bands fanden im Müll des Königreichs eine Energie, die sie dem Establishment ins Gesicht schleuderten. Die Sex Pistols sorgten in der berühmten TV-Sendung Today am 1.Dezember 1976 für einen Skandal, weil sie das berüchtigte „Fuck“ vor laufenden Kameras sagten. Allerdings hatte sie der Thames-Televison- Moderator Bill Grundy mehrere Male verbal provoziert und wurde kurz nach der Sendung entlassen. Die Sex Pistols gaben später am 7. Juni 1977 auf der Themse ein legendäres Konzert, an dem Tag, als die Königin ihr Silbernes Thronjubiläum feierte. Sie sangen sehr respektlos die berühmte Textzeile „God Save the Queen, the fascist regime...“ auf einem Boot in der Nähe von Westminster und wurden kurz darauf verhaftet.

Das große Fressen

Marco Ferreri - 1973 -

Vier Männer um die 50 sind müde, gelangweilt von ihrem bürgerlichen Leben und beschließen, sich in dem Schlösschen maßlosem Genuss mit den feinsten Delikatessen und einigen Freudenmädchen hinzugeben. In Wirklichkeit geht es eher um eine Art von kollektivem Selbstmord durch Überfressen. Man hat den Italiener Marco Ferreri oft mit dem Spanier Luis Buñuel verglichen, weil er die Bourgeoisie so gnadenlos kritisiert und eher ihre vielen Laster und nicht die wenigen Tugenden aufzeigt. Als der Film in die Kinos kam, wurde er stark kritisiert. Philippe Noiret (einer der vier Hauptdarsteller neben Marcello Mastroanni, Michel Piccoli und Ugo Tognazzi) verteidigte das Werk und meinte: „Wir halten den Leuten nur einen Spiegel vor und die mochten sich darin nicht sehen. Das zeigt nur eine große Dummheit“.

SEX

Madonna - 1992 -

SEX ist ein Buch, konzipiert von Madonna, das gleichzeitig mit ihrem Album Erotica erschien. Es enthält sexuell sehr freizügige Fotos von Steven Meisel und weitere Bilder aus einem Super-8-Film von Fabien Baron. Seit dem Beginn ihrer Karriere nutzte Madonna Skandale, um für sich Werbung zu machen. Dabei provoziert sie gerne mit Erotik. Im Video zu Like a Prayer (1989) tanzt Madonna in schwarzem Negligé vor brennenden Kreuzen und küsst einen schwarzen Jesus, oder sie zeigt eine Orgie im Pariser Luxushotel Ritz in Justify My Love (1990).

Kunstskandale

Heinz Peter Schwerfel - 2001 -

Mit über 130 Abbildungen erinnert Heinz Peter Schwerfel an die Kunstskandale des späten 20. Jahrhunderts. Da sind die beiden Exhibitionisten Jeff Koons und Cicciolina beim Sex oder die großflächigen Werke von Immendorff oder Baselitz, die zu Beginn der 1970er Jahre viele Betrachter verstörten. Es geht dem Autor laut Die Zeit aber auch um die „Verbindung von Werk, Leben, Klatsch und Wirkung in der Partnerschaft von Kunst, Politik und Gesellschaft". Und so meint der Autor dann: „Kunstwerke erzählen nicht nur die Geschichte der Kunst, sondern auch die des Jahrhunderts.“

Das Schweigen des Geldes. Die Clearstream-Affäre

Robert-Denis - 2011 -

Der Journalist Denis Robert stößt im Jahr 2000 bei Recherchen über das Unternehmen Clearstream auf ein ausgeklügeltes System von Geldwäsche. Er findet heraus, wie weltweit ein gigantisches Betrugssystem funktioniert, in das auch große Firmen, Banken und Politiker verstrickt sind. Nach der ersten Veröffentlichung folgen jahrelange Prozesse und juristische Verfolgungen gegen Denis Robert, die erst 2011 ein Ende haben. In Deutschland finden sich bisher - anders als in Frankreich - kaum Literatur oder Filme zum Thema. Dieses Werk, die deutsche Ausgabe des Enthüllungsbuches Révélations von Denis Robert, bildet eine Ausnahme.

Margin Call - Der große Crash

Chandor-J.C. - 2011 -

Bei Oliver Stones Wall Street war es 1987 noch ein genialer böser Banker, der einen ganzen Bankencrash zu verantworten hatte. Vierzehn Jahre später, in Margin Call - Der große Crash mit Kevin Spacey und Jeremy Irons, hat sich eine Großbank, die stark an die Lehman Brothers erinnert, verspekuliert und steuert auf die Pleite zu. Es sei denn, man verkauft schnell die wertlosen Aktien und Papiere. Der von Kevin Spacey gespielte Banker der alten Schule erklärt seinem Chef, was genau passieren wird: „Wenn Sie das wirklich tun, zerstören Sie für Jahre den Markt. Und Sie verkaufen etwas, von dem Sie wissen, dass es keinen Wert hat.“

Basic Instinct

Verhoeven-Paul - 1992 -

Auch wenn Basic Instinct nun den Platz von Emmanuelle als erfolgreicher, erotischer Publikumsfilm eingenommen hat, so liegen die skandalösen Aspekte des Films doch tiefer und vielschichtiger. Da gibt es nicht nur die suggestiven Szenen (Höschen oder nicht Höschen) ,sondern auch die skrupellose, manipulative und bisexuelle Hauptfigur, die von Sharon Stone so meisterhaft verkörpert wird. Aber die Zeiten ändern sich und der Film wurde vor allem von Feministinnen und LGBT-AktivistInnen angegriffen. Sie warfen dem Film Homophobie vor und kritisierten, Bisexualität würde in einem Atemzug mit einer soziopathischen Mörderin genannt.

Perfidia / Extorsion

Ellroy-James - 2014/2015 -

Als Vorgeschmack auf sein fast 1000 Seiten dickes Buch Perfidia veröffentlichte der französische Verleger unter dem Titel Extorsion nur die ersten beiden Kapitel des Romans, der dann erst ein Jahr später komplett veröffentlicht wurde. Dort geht es um die echte oder doch nicht ganz echte Beichte von Fred Otash, dem korrupten Privatdetektiv, der auch als Zuhälter und Erpresser in den Büchern des Autors American Death Trip und Underworld USA eine Rolle spielte. Ellroy beschreibt ein Amerika im Zeitraum zwischen dem 6. und 29. Dezember 1941, in dem das Verbrechen und die Skandalpresse allgegenwärtig sind. Damals gab es noch keinen Voyeurismus im Internet ...

Larry Flynt (The People VS. Larry Flynt)

Milos Foreman - 1996 -

Larry Flynt, der Gründer des Pornohefts Hustler (dem Trash-Konkurrenten des Playboy), findet als „born again christian“ zur Religion durch die Schwester des US Präsidenten James Carter. Lange bleibt Flynt nicht religiös. Vielleicht will er so nur dem Knast entgehen. Business ist das Eine und die Moral das Andere. 1978 wird Flynt von einem Fanatiker und Rassisten angeschossen und ist seitdem von der Hüfte abwärts gelähmt. 1996 folgt die Verfilmung seines Lebens durch Milos Forman. Dabei sorgt das Filmplakat mehr für einen Skandal als der Film selbst. Man sieht Flynt (Woody Harrelson) fast nackt. Arme und Körper bilden ein Kreuz. Die Männlichkeit wird durch eine US-Flagge bedeckt. Der ganze Mann ist winzig und posiert auf der Vulva einer Frau im String. Einmal Skandal, immer Skandal. Der Film gewinnt 1997 den Goldenen Bären der Berlinale.

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