Geht es nach Filmwissenschaftlern wie Thomas Elsaesser, dann ist „Berlin Alexanderplatz“ Fassbinders Vermächtnis. Bereits im Alter von 14 Jahren hatte der junge Fassbinder das Buch verschlungen. Nach seinen wilden Erstlingsfilmen überraschte RWF 1974 mit seiner fast klassischen „Effie Briest“-Verfilmung nach Fontane. Unbescheiden wie er war, rechnete Fassbinder mit dem Goldenen Bären auf der Berlinale, den er aber erst 1982 für seinen vorletzten Spielfilm „Die Sehnsucht der Veronika Voss“ erhielt. Auch „Querelle“, sein letzter posthum erschienener Film, ist eine Literaturverfilmung. Er wirkt wie ein langer, erotischer und surrealer Trip. Bücher und Autoren beflügelten Fassbinders Fantasie nicht nur, er machte aus diesen Vorlagen autobiographische Werke.