Der Müll, die Stadt und der Tod (MST)
Rainer Werner Fassbinder
1976
Fassbinders wohl größter Theaterskandal beschäftigte in den 70er und 80er Jahren die westdeutsche Öffentlichkeit. Fassbinder wagte es, in seinem düsteren, mitunter auch pornographischen Stück, die Figur eines „reichen Juden“ auftauchen zu lassen. Dieser Grundstücksspekulant und Machtmensch wirkt nur in den Armen einer Hure menschlich. MST thematisiert auch latenten Faschismus und Judenhass unter Deutschen. Einige Intellektuelle, Vertreter der politischen Rechte und die Jüdische Gemeinde in Deutschland protestierten dennoch heftig gegen den angeblichen Antisemitismus des Stücks. So verhinderte man die Aufführung mehrerer Inszenierungen. In Deutschland fand die Erstaufführung erst 2009 statt. Im Ausland sah man das Stück viel früher. 1976 verfilmte Daniel Schmid MST unter dem Titel „Schatten der Engel“.
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