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Gus Van Sant

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En partenariat avec Arte

Er schwankt zwischen radikalen Autorenfilmen des amerikanischen Independent Cinema und den filmischen Verlockungen Hollywoods. Und so lassen sich die Arbeiten des Regisseurs nicht so leicht zuordnen auch wenn er sich an großen Themen der amerikanischen Kultur abarbeitet. Grund genug einen Blick auf das vielschichtige Oeuvre des Amerikaners Gus van Sant zu werfen.

MTV Unplugged in New York

Nirvana
1994 -
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Los Alamos Revisited

Eggleston-William
2003 -
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Junkie

William Burroughs
1952 -
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Jeanne Dielman 23, Quai du Commerce, 1080 Bruxelles

Chantal Akerman
1976 -
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Gus Van Sant: Looking for a Place Like Home

Weber-Christian
2014 -
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Julia und die Geister

Nino Rota
-
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Der Omega Punkt

DeLillo-Don
2010 -
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Kids

Larry Clark
1995 -
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Rumble Fish

Coppola-Francis Ford
1983 -
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Elephant

Van Sant-Gus
2003 -
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My Private Idaho

Van Sant-Gus
1991 -
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MTV Unplugged in New York

Nirvana - 1994 -

Die Wege von Gus van Sant und Kurt Cobain haben sich bestenfalls gestreift. Der charismatische Bandleader der Kultband Nirvana, der sich im Alter von 27 Jahren das Leben nahm, inspirierte den Regisseur allerdings zu seinem Film Last Days. Dort zeigt er einen Rockstar, der sich aufs Land zurückzieht und mit der Show-Bizz-Industrie gebrochen hat. Einen thematisch interessanten Kontrast stellt das MTV Unplugged Konzert von Nirvana dar, das erst posthum veröffentlicht wurde. Man hört dort die entschlackten Akkustikversionen der Nirvana-Songs, die plötzlich wohltuend rau und nackt wirken. So vermitteln sie die verletzliche Seite des Nirvana-Sängers, der so sehr unter seinen eigenen Dämonen litt.

Los Alamos Revisited

Eggleston-William - 2003 -

Die Fotografien von William Eggleston liegen zwischen Pop Art und Dokumentation. Inspirieren ließ sich Eggleston vor allem durch Robert Frank und wurde selber zu einem der einflussreichsten Fotografen der letzten 50 Jahre. Sein innovativer Ansatz in der Farbfotografie, verbunden mit seiner Vision eines tristen Amerikas, führt zu seinem Hauptwerk Los Alamos Revisited, das auf Fotos zwischen 1966 und 1974 zurückgreift. William Eggleston ist eines der Idole von Gus van Sant, der selber Fotograf ist. Die Optik seiner Filme erinnert an die Lichtsetzung und Quadrierung der Fotos von Eggleston, und im Film Restless gab Gus van Sant dem Fotografen auch eine kleine Rolle als Schauspieler.

Junkie

William Burroughs - 1952 -

Es ist der erste Roman von William Burroughs, der 1952 mit Hilfe Allen Ginsbergs zu einer Zeit veröffentlicht wurde, als Burroughs noch nicht Kult war. In dem semi-autobiografischen Junky geht es um die Beichte eines Morphin- und Heroinsüchtigen. Dieses Buch war sicherlich eine Inspiration für Gus van Sants Drugstore Cowboy. Burroughs und der Regisseur sind übrigens befreundet, und so spielt der Autor im Film auch einen sehr speziellen Priester. Er schrieb für diese Figur auch selber die Dialoge.

Jeanne Dielman 23, Quai du Commerce, 1080 Bruxelles

Chantal Akerman - 1976 -

Dieses Meisterwerk von Chantal Akerman aus dem Jahr 1975 hat das Kino und die Wahrnehmung der Zeit verändert. Als Zuschauer folgt man drei Stunden lang dem banal erscheinenden Alltag der Hausfrau Jeanne Dielman – einer Witwe, die sich prostituiert – in winzigsten Dingen und Gesten. Gus van Sant hat öfter betont, wie sehr ihn dieser Film beeindruckt und beeinflusst hat. Das spürt man vor allem in seinen Filmen Gerry und Elephant. Und diese beiden Schlüsselwerke von Gus van Sant gehören ebenso wie Jeanne Dielman zu den radikalen Seherfahrungen, denen man sich mindestens einmal in seinem Leben aussetzen sollte...

Gus Van Sant: Looking for a Place Like Home

Weber-Christian - 2014 -

Die erste deutschsprachige Monographie über den amerikanischen Filmemacher untersucht sein vielschichtiges Werk nach genau 15 Spielfilmen. Und so lassen sich diverse Schaffensphasen erkennen. Seine ersten drei Werke Mala Noche, Drugstore Cowboy und My own private Idaho gehören klar zum amerikanischen Independent Cinema. Darauf folgten sehr viel kommerziellere Filme wie Good Will Hunting, Forrester oder ein völlig in Vergessenheit geratenes Remake von Psycho. Mit Gerry, Elephant und Last Days gelangen ihm dann völlig entschleunigte, radikale und nicht linear erzählte Low-Budget-Filme. Gus van Sant bleibt so ein Regisseur, der immer wieder für Überraschungen gut ist.

Julia und die Geister

Nino Rota - -

Nino Rota, der mit seiner Musik zu Coppolas Der Pate seinen größten kommerziellen Erfolg feierte, komponierte regelmäßig den Soundtrack für die Filme von Federico Fellini. Für dessen ersten Farbfilm Julia und die Geister schuf er eine psychodelisch angehauchte Sixties Musik, die Gus van Sant als musikalisches Leitmotiv für seinen Film Paranoid Park übernahm. Reizvoll ist dabei die geographische Neuverortung der Musik. Natürlich hat Gus van Sant nicht in Rom gedreht, sondern in Portland, seiner Lieblingsstadt. Und so bekommt man Lust, sich die Originalmusik von Nino Rota, die zu seinen originellsten und mutigsten Filmmusiken gehört, wieder anzuhören.

Der Omega Punkt

DeLillo-Don - 2010 -

Es gibt nur eine Querverbindung zwischen dem amerikanischen Schriftsteller Don de Lillo und Gus van Sant und die besteht natürlich in Hitchcocks Psycho. Der Filmemacher schuf ein konzeptuelles Remake und übernahm die Einstellungen von Hitchcock ziemlich werkgetreu. Don De Lillo reflektiert in seinem Roman über die Neo-Konservativen und den Irakkrieg und beschreibt eine Installation des Künstlers Douglas Gordon, der in 24 Hours Psycho den Film von Hitchock auf 24 Stunden dehnt und in Zeitlupen zeigt. Die Idee zur Installation basierte dabei wiederum auf Gus van Sants Psycho-Remake. Und so schließt sich der Kreis...

Kids

Larry Clark - 1995 -

Neben Gus van Sant ist der Fotograf Larry Clark sicherlich einer der wichtigsten unabhängigen Filmemacher des amerikanischen Kinos, der seit den 1990er Jahren auf sich aufmerksam machte. Beide Regisseure interessieren sich besonders für Jugendliche. In seinem Spielfilmdebüt Kids filmt Larry Clark einen jungen Mann, der AIDS hat und trotzdem mit jungen Mädchen intim wird. Dabei fängt Larry Clark auch den fragwürdigen und sorglosen Hedonismus einer haltlosen jungen Generation ein. Kids wurde außerdem zum künstlerischen Sprungbrett für Harmony Korine und Chloé Sevigny. Gus van Sant ist übrigens einer der Produzenten von Kids. Im Kino gibt es keine Zufälle.

Rumble Fish

Coppola-Francis Ford - 1983 -

In diesem melancholischen Schwarzweiß-Film von 1983, der in den USA floppte, aber in Frankreich Kult wurde, spielt Matt Dillon den Gangleader Rusty James. Er eifert seinem legendären Bruder, dem Motorcycle-Boy, nach und mimt den coolen Typen, jedoch vergeblich. Obwohl Matt Dillon die Hauptrolle spielte, avancierte Mickey Rourke damals zum neuen Star. Rumble Fish erwies sich für Francis Ford Coppola – nach dem filmischen Alptraum Apocalypse Now und dem Fiasko mit One from the Heart – wie ein ästhetischer und inhaltlicher Neuanfang. Gus van Sant sollte wenige Jahre später mit Matt Dillon seinen Kultfilm Drugstore Cowboy drehen und übernahm die James-Dean-Attitude und das Interesse an Coming-of-Age-Geschichten über das Erwachsenwerden.

Elephant

Van Sant-Gus - 2003 -

Als Elephant 2003 beim Filmfestival in Cannes im Wettbewerb lief, kam es zu lebhaften Diskussionen und einer Kontroverse rundum das radikale Werk. Jurypräsident Patrice Chéreau verhalf der HBO TV Produktion dann zur Goldenen Palme. Gus van Sant nahm den Amoklauf zweier Schüler an der Columbine Highschool 1999 zum Anlass, einen fast dokumentarischen und nüchternen Spielfilm über ein verstörendes Jugendphänomen zu drehen. Gewalt und Brutalität sind hier unterschwellig angelegt, und Gus van Sant arbeitet mit stilistischen Mitteln wie Wiederholungen und dem Wechsel der Erzählperspektive. Eine gewisse amerikanische Realität mit ihrer Faszination für Schusswaffen hat diesem so wichtigen und zeitlosen Film zu einer traurigen Daueraktualität verholfen.

My Private Idaho

Van Sant-Gus - 1991 -

Nach seinem Durchbruch mit Drugstore Cowboy 1989 folgte für Gus van Sant zwei Jahre später mit My Own Private Idaho ein Road Movie, das Keanu Reeves und River Phoenix als Jungstars etablierte. Sie spielen Straßenstricher, die jedoch aus ganz unterschiedlichen sozialen Schichten stammen. In der Geschichte um zwei Jungs auf dem Weg zum Erwachsenwerden und der Suche nach Elternfiguren und Liebe finden sich Einflüsse von Shakespeares Henry IV, und dem Falstaff von Orson Welles. 25 Jahre nach seiner Premiere ist es höchste Zeit, diesen ebenso intimen wie beeindruckenden Film neu oder wieder zu entdecken.

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