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Der andere deutsche Film: die DEFA

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Schon ein Jahr nach dem Krieg wurde in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) der volkseigene Filmbetrieb DEFA gegründet. In über 40 Jahren entstanden ca. 700 Filme. International wurde das DDR-Filmschaffen leider kaum wahrgenommen. Dabei war die Bandbreite enorm. Neben Propagandafilmen wie Ernst Thälmann – Sohn seiner Klasse gab es viele Kinderfilme wie den Klassiker Der Kleine Muck oder die berühmten Indianerfilme mit Gojko Mitic. 1965/1966 verbot man fast eine gesamte DEFA-Jahresfilmproduktion. So wurde eine aufkeimende „Ostdeutsche Neue Welle“ abgewürgt. Dennoch gab es in der DDR Stars und bedeutende Filme. Hier eine kleine Auswahl.

Jakob der Lügner

Frank Beyer
1975 -
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Die Abenteuer des Till Ulenspiegel

Gérard Philippe, Joris Ivens
1956 -
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Night on Earth

Jim Jarmusch
1991 -
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Der rote Elvis

Grün-Leopold
2007 -
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Solo Sunny

Konrad Wolf, Wolfgang Kohlhaase
1980 -
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Als wir träumten

Dresen-Andreas
2015 -
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Heißer Sommer

Frank Schöbel, Chris Doerk
1968 -
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Spur der Filme. Zeitzeugen über die DEFA

Poss-Ingrid , Warnecke-Peter
2006 -
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Das war nur ein Moment / Ein Hauch von Frühling

Manfred Krug
1971 - 1973 -
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Filmmusik Die Legende von Paul und Paula

Puhdys
1973 -
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Die Mörder sind unter uns

Staudte-Wolfgang
1946 -
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Jakob der Lügner

Frank Beyer - 1975 -

Der einzige DEFA-Film, der eine Oscar-Nominierung (zum Besten Nicht-Englischsprachigen Film) erhielt. Nach dem Roman von Jurek Becker verfilmte Frank Beyer die Geschichte um den Juden Jakob, der in einem polnischen Ghetto den Menschen noch Hoffnung gibt. Jakob behauptet, ein Radio zu besitzen und berichtet von den Erfolgen der Roten Armee gegen die Nazis. Denn die Deportationen in die Todeslager sind schon in vollem Gange. 1999 gab es ein Remake in Hollywood. Die Hauptrolle spielte Robin Williams. Regie führte Peter Kassovitz.

Die Abenteuer des Till Ulenspiegel

Gérard Philippe, Joris Ivens - 1956 -

Die einzige Regiearbeit von Gérard Philipe (mit etwas Hilfe von Joris Ivens) wurde ein großer Flop in den französischen Kinos. Der Film kam allerdings zu einem ungünstigen Zeitpunkt, nur wenige Wochen nach der Niederschlagung des ungarischen Arbeiteraufstandes 1956, in die Kinos. François Truffaut polemisiert gegen den Film und die Rolle der koproduzierenden DEFA wird tot geschwiegen. In der DDR läuft Till Ulenspiegel ganz gut und gelangt auch in die westdeutschen Kinos. Insgesamt drehte die DEFA zwischen 1956 und 1960 vier Koproduktionen mit Frankreich: u.a Die Hexen von Salem und Die Elenden.

Night on Earth

Jim Jarmusch - 1991 -

In diesem Kultfilm des Amerikaners Jim Jarmusch mit böhmischen und deutschen Wurzeln geht es um Taxifahrer in verschiedenen Metropolen. Unvergessen ist der Auftritt Armin Mueller-Stahls als ostdeutscher Clown in einem New Yorker Taxi. Mueller-Stahl, der bei der DEFA große Rollen bekam, begann nach seiner Ausreise aus der DDR unter Fassbinder eine zweite Karriere. Dann entdeckte man ihn in Hollywood, wo er zu einem gefragten Star aufstieg. Er drehte in Filmen so bedeutender Regisseure wie Barry Levinson, Costa Gavras, David Cronenberg und Steven Soderbergh.

Der rote Elvis

Grün-Leopold - 2007 -

Schon seit Jahren versucht Hollywoodstar Tom Hanks vergeblich, seinem Landsmann Dean Reed einen Film zu widmen: Der singende Cowboy lebte ab 1972 in der DDR, war Friedensaktivist, Marxist, Star im Osten und unbekannt im Westen. Er war Abenteurer, Entertainer, Idealist und Propagandist, und sein Leben endete tragisch mit einem Selbstmord, den einige sogar für Mord halten. Im Dokumentarfilm Der Rote Elvis sieht man Freunde, Regisseure und eine Ex-Ehefrau, die sich nicht nur positiv über den Sonnyboy äußern, der wohl nur im Osten zum (Film-)Star werden konnte und für einige sehr missratene DEFA-Filme wie Sing Cowboy Sing verantwortlich ist.

Solo Sunny

Konrad Wolf, Wolfgang Kohlhaase - 1980 -

Der letzte Film des wohl besten DDR-Regisseurs über die Sängerin Sunny (Renate Krössner), die sich weder starren Bestimmungen noch den Männern anpasst, wurde zum größten Kinohit für Konrad Wolf. Dabei war die DDR nicht einmal so ganz seine Heimat. Der Sohn eines deutschen Kommunisten, der in die Sowjetunion geflohen war, kehrte als Soldat der Roten Armee nach Deutschland zurück. Das verarbeitete Konrad Wolf in seinem autobiografischen Film Ich war Neunzehn. Auch wenn der Filmemacher SED-Mitglied und überzeugter Kommunist war, gefielen seine Filme den Machthabern nicht immer. Sonnensucher, gedreht 1958, kam erst 1972 in die Kinos. Sein Bruder Markus Wolf war übrigens der Leiter der DDR-Auslandsspionage Hauptverwaltung Aufklärung (HVA).

Als wir träumten

Dresen-Andreas - 2015 -

Andreas Dresen ist der wohl einzige ostdeutsche Regisseur seiner Generation, der bei der DEFA begann und sich auch international einen Namen gemacht hat. Neben der Romanverfilmung Als wir träumten über fünf junge Männer nach dem Mauerfall in Leipzig, zu Beginn der 90er Jahre, drehte Andreas Dresen sozial genau beobachtete Studien wie Halbe Treppe oder Sommer vorm Balkon. Letzteren schrieb Dresen gemeinsam mit Wolfgang Kohlhaase, dem wohl bedeutendsten Autor der DEFA, der u.a. auch Solo Sunny für Konrad Wolf schrieb. In Als wir träumten arbeiteten Dresen und Kohlhaase erneut zusammen.

Heißer Sommer

Frank Schöbel, Chris Doerk - 1968 -

Über die Qualität der Songs von Schlagersängern kann man ja geteilter Meinung sein. Aber Frank Schöbel wurde mit seinen Schlagern in der DDR ebenso wie seine damalige Ehefrau Chris Doerk zum Star. Ganz amüsant ist dabei der DEFA-Kultfilm Heißer Sommer, ein echtes Musical und DDR-Road-Movie. Der gleichnamige Titelsong zum Film ist nur noch Kult. Vielleicht der einzige DEFA-Film mit schrägem Trash-Potential.

Spur der Filme. Zeitzeugen über die DEFA

Poss-Ingrid , Warnecke-Peter - 2006 -

Wie in der DDR Filme entstanden, erfährt man auf über 500 Seiten in diesem Sachbuch, das anlässlich des 60. Geburtstags der DEFA erschien. Darin kommen 70 Regisseure, Kameraleute und weitere Filmschaffende, wie sie in der DDR genannt wurden, zu Wort. Spur der Filme ist mehr als nur ein Buch für Filmliebhaber, sondern vermittelt auch DDR-(Kultur-)Geschichte. Im Mittelpunkt stehen die Macher, die meist rückblickend reflektieren. Ein übersichtliches Register und ausführliche Inhaltsangaben runden das Werk ab.

Das war nur ein Moment / Ein Hauch von Frühling

Manfred Krug - 1971 - 1973 -

Der größte Star der DEFA ist eindeutig Manfred Krug. Er überzeugt mit einem großmäuligen, männlichen Charme und einer Unangepasstheit, die er in Figuren wie dem Zimmermann Balla im lange verbotenen Kultfilm Spur der Steine einfließen lässt. Auch Krug „machte rüber“ und wurde dann im Westen Deutschlands mit TV-Serien wie Liebling Kreuzberg zum Fernsehstar. In der DDR veröffentlichte Manfred Krug auch regelmäßig sehr erfolgreich Platten und ging als Sänger auf Tournee. Er ist in beiden Deutschlands ein Star, aber im Westen braucht und schätzt man den Sänger Krug nicht wirklich.

Filmmusik Die Legende von Paul und Paula

Puhdys - 1973 -

Die Legende von Paul und Paula (1973) von Heiner Carow wird mit drei Millionen Kinozuschauern zu einem der größten DEFA-Hits. Unvergessen ist Angelica Domröse als Paula, eine alleinerziehende Verkäuferin, die sich auf eine Liebesgeschichte mit dem schlaksigen Außenhandelsreferenten Paul (Winfried Glatzeder) einlässt. Der Film ist ein Meisterwerk und fängt den DDR-Alltag ein wie kein zweiter. Berühmt wurde auch der Soundtrack um den Puhdys-Song Wenn ein Mensch lebt. Die ostdeutschen Altrocker sind längst Kult und beenden in diesem Frühling ihre Karriere.

Die Mörder sind unter uns

Staudte-Wolfgang - 1946 -

Der erste Film der DEFA war auch der erste deutsche Film nach dem Krieg: Die Mörder sind unter uns mit Hildegard Knef. Dort geht es auch um die Rechtmäßigkeit von Rache an einem ehemaligen Hauptmann der Wehrmacht, der Massaker anordnete. Staudte hatte ursprünglich einen Schluss im Sinn, in dem die Opfer Selbstjustiz üben. Die Russen redeten ihm das aus. Und so wurde in der SBZ und späteren DDR sehr schnell deutlich: Filme unterlagen der politischen Einflussnahme von Partei und Regierung und manchmal auch dem großen Bruder in der Sowjetunion.

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