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Krimis

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Lange Zeit hielt man sie nur für „Dreigroschenromane“, gut genug, um die Massen zu unterhalten. Aber mit Autoren wie Dashiell Hammett und Raymond Chandler, die heute als „Klassiker“ gelten, erfolgte dann der literarische Ritterschlag. Ob auf Buchseiten oder auf der Leinwand: Der Krimi hat sich zu einem wütenden und Partei ergreifenden Genre etabliert, das die Schattenseiten der Gesellschaft offen legt. Hinter einem Verbrechen verbirgt sich immer soziale Gewalt. Vom „Film noir“ der 1940er Jahre führt der Weg zum zeitgenössischen Thriller. Gelegentlich erkennen wir auf dem Weg über eine illegale Spielhölle, der folgenden U-Haft und abschließenden Gefängniszelle das Spiegelbild unseres Lebens wieder. ARTE zeigt zu diesem Thema drei Meisterwerke: L.627 , Der Panther wird gehetzt und The Black Dahlia.

Blood on Snow

Jo Nesbo
2015 -
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Little Criminals

Gene Kerrigan
2011 -
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Selbs Justiz

Bernhard Schlink , Walter Popp
1987 -
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Amis américains

Bertrand Tavernier
2008 -
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Hammett

Wim Wenders
1978 -
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Bullitt

Lalo Schifrin
1968 -
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Der Panther wird gehetzt

Claude Sautet
1960 -
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Lola rennt

Tom Tykwer
1998 -
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(Crimenes ejemplares) Crimes exemplaires

Max Aub
1956 -
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Der Kommissar vom Alexanderplatz

Regina Stürickow
1998 -
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The Black Dahlia

Brian De Palma
2006 -
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L. 627

Bertrand Tavernier
1992 -
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87.Polizeirevier

Ed McBain
1956 -
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Der Tod kennt keine Wiederkehr

Robert Altman
1973 -
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Paris des Verbrechens

Léo Malet
2008 -
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Blood on Snow

Jo Nesbo - 2015 -

Erfolgreich ist der norwegische Krimiautor mit seinen Büchern um den unkonventionellen Bullen Harry Hole. Diesmal gönnt er sich eine Hommage an David Goodis und Jim Thompson. In „Blood on Snow“ -der im Herbst 2015 bei Ullstein auf Deutsch erscheint- , geht es um einen Auftragsmörder mit Gewissensbissen. Er soll die untreue Frau seines Gangsterbosses umlegen, mit der er selber eine Affäre hat. Im diesem „Roman noir“ spielen auch das Klima und der Schnee eine Rolle. Zitat:“ Ich glaubte, das Blut würde auf dem Schnee einfrieren und an der Oberfläche bleiben, aber es wurde aufgesaugt und in der Tiefe des Bodens versteckt...

Little Criminals

Gene Kerrigan - 2011 -

Frankie Crowe ist 28 und ein ungeschickter Kleinkrimineller, der sich viel Mühe gibt. Nachdem wieder einmal ein Überfall in einem Pub völlig daneben geht, beschließt er, es einmal mit Kidnapping zu versuchen. Natürlich geht bei diesen Rachegeschichten und falschen Loyalitäten alles schief....Gene Kerrigan blickt hinter die Fassade und zeigt das Porträt einer Stadt: Dublin. Die Träume sind viel zu groß und die Außenseiter bleiben. Man kannte bereits das irische Kino und Ken Bruen, aber nun ist es sicher, dass der irische Krimi lebt. Auf Deutsch erschien dieses Buch noch nicht, dafür jedoch vor zwei Jahren ein anderer Kerrigan: Die Wut.

Selbs Justiz

Bernhard Schlink , Walter Popp - 1987 -

Schon lange vor seinem Weltbestseller mit „Der Vorleser“ setzte sich Bernhard Schlink mit der Nazihistorie und der Gegenwart Deutschlands auseinander. So bekommt in diesem Buch der Privatdetektiv im Rentenalter Gerhard Selb einen Auftrag von einem Chemiekonzern, der in seine eigene, dunkle Vergangenheit führt. Einst war Selb ein junger, begeisterter Nazianwalt, der Schuld auf sich geladen hat... Manchmal kann der Krimi auch „als Mülleimer der Geschichte“ fungieren, wie es der Autor Didier Daeninckx einmal sagte. Und dieser so untypische Krimi beleuchtet nicht nur die Verbrechen der Nazis sondern auch Umweltsünden von Großkonzernen in den 1980er Jahren.

Amis américains

Bertrand Tavernier - 2008 -

Durch das Kino sind mir die politischen und sozialen Probleme Amerikas erst bewusst geworden. Dort erfuhr ich vom New Deal und der Ausrottung der Indianer“, schreibt Bertrand Tavernier. In diesem Buch hat der französische Filmemacher auf über 1000 Seiten Interviews mit seinen amerikanischen Lieblingsregisseuren veröffentlicht, die er selber zwischen 1965 und 1973 führte, als er noch als Presseattaché arbeitete. So kann man sich an einer Aussage von John Huston erfreuen, der den Film Noir anhand von Asphalt-Dschungel perfekt definiert: „Die Zuschauer hatten Angst vor dem, was der Film in ihnen wach rief. Die Leute fühlten sich wie Kriminelle, wenn sie verstanden, wie Kriminelle ticken.“.

Hammett

Wim Wenders - 1978 -

Als Wenders im Alter von 33 Jahren von Francis Coppola den Auftrag bekommt, seinen ersten amerikanischen Film über Dashiell Hammett als Privatdetektiv zu drehen, sagt er sofort zu. Vier Jahre lang dauern die Arbeiten an dem Film, der zweimal gedreht wird. Coppola und Wenders trennen dabei Welten. Der zwiespältig aufgenommene Film, der auch floppte, greift auf eine wahre Begebenheit zurück, als Hammett 1921 als Ermittler engagiert wurde. Dabei kam er in die Kleinstadt Butte in Montana, die er dann als Vorbild zu „Poisonville“ in Rote Ernte nahm und in der Wenders 2005 seinen Spielfilm Don’t come Knockin drehte. Hammett räumte übrigens mit dem romantischen Mythos um Kriminelle auf: „Viele können sich kaum ernähren. Die meisten werden sogar von ihren Frauen ausgehalten“.

Bullitt

Lalo Schifrin - 1968 -

Schifrin war einer der Pioniere der Filmmusik für Actionfilme und Thriller in den 1970er Jahren. Dabei hört man klassische Orchestertöne ebenso wie die populäre Musik der damaligen Zeit und satten funkigen Jazz. Das Spiel und das Genie von Steve McQueen scheinen mit dieser Musik zu verschmelzen und verstärken die Spannung und mitunter seltsam-schräge Stimmung. Der Komponist benutzte diese Erfolgsformel dann auch für die Filmmusik der Dirty Harry Reihe mit Clint Eastwood.

Der Panther wird gehetzt

Claude Sautet - 1960 -

Lino Ventura ist Gangster und Familienvater, verbraucht und gejagt. Die Figuren im Film wirken authentisch und sind vom Drehbuch- und Romanautor José Giovanni an echte Charaktere angelehnt, die er zu seiner Zeit als Gangster selber kennenlernte. Aber der Film überzeugt vor allem, weil er mit den Mythen bricht, die mit dem kriminellen Milieu und seinem „Ehrenkodex“ assoziiert werden. Es handelt sich aber auch um eine Hommage an die amerikanischen B-Pictures des Film Noir, die von dem Regisseur Claude Sautet sehr geschätzt wurden.

Lola rennt

Tom Tykwer - 1998 -

Tom Tykwers ungewöhnlicher Berlin-Thriller setzt auf atemberaubende Geschwindigkeit und einen Rhythmus, der die Gefahr und den Zeitdruck thematisiert, der uns von der Gesellschaft aufgezwungen wird. Lola rennt in einem Kampf gegen die Uhr durch die Berliner Straßen. Die Stadt bleibt hier nicht Dekor, sondern spielt eine Hauptrolle. Die junge Frau im Punk-Look will ihrem Freund Manni helfen, der eine Stange Geld in der U Bahn hat liegen lassen. Aber Lola hat nur 20 Minuten Zeit, um ihn zu retten. Das zeigt uns Tykwer genau drei Mal...

(Crimenes ejemplares) Crimes exemplaires

Max Aub - 1956 -

Der 1903 in Paris geborene Sohn einer jüdisch-französischen Mutter und eines deutschen Vaters gilt als Auftraggeber für Picassos „Guernica“. Max Aub, der ausschließlich auf Spanisch schrieb und 1942 nach Mexiko floh, schrieb sein Hauptwerk Das magische Labyrinth über den spanischen Bürgerkrieg. Die meisten seiner insgesamt 100 Bücher blieben bisher unübersetzt. So auch Crimenes Ejemplares das 1956 in Mexiko erschien und genüsslich fiktive und vom Autor aufgeschnappte 130 Beichten von Morden auflistet. Unter den vielen Rechtfertigungen der Täter finden sich auch folgende Zitate: „Ich habe ihn getötet, weil der Drang zum Töten stärker war als ich“ gefolgt von „Ich habe ihn getötet, weil ich stärker war“. Irgendwie logisch.

Der Kommissar vom Alexanderplatz

Regina Stürickow - 1998 -

Die 1958 geborene Autorin ist eigentlich Historikerin und lebt in Paris und Berlin. Für Mordfälle in beiden Hauptstädten hat sie sich schon länger interessiert. In ihrem 1998 erschienenen Der Kommissar vom Alexanderplatz erinnert sie an den Berliner Kriminalkommissar Ernst Gennat (1880-1939), der auf die Unterwelt, die Kleinganoven und Psychopathen spezialisiert war und 90% seiner Fälle lösen konnte. In ihren Kriminalgeschichten setzt die Autorin ebenso auf solide Recherchen wie auf Fiktion und die Berliner Schnauze.

The Black Dahlia

Brian De Palma - 2006 -

Es ist die romanhaft erzählte Geschichte der Ermittlungen zum Mord an einer jungen Frau 1947 in Los Angeles. Das Verbrechen ist für den Autor der gleichnamigen Romanvorlage, James Ellroy, wie ein Echo auf den Mord an seiner eigenen Mutter, der zehn Jahre später geschah. „Ich hörte 1959 erstmals vom Mord an der Frau, die man die Schwarze Dahlie nannte. Für mich war dieses brutale Sexualverbrechen ein Schock. Ich weiß nicht, ob es einen Zusammenhang mit dem Mord an meiner Mutter gibt, aber ich war von diesem Fall der Schwarzen Dahlie regelrecht besessen. Diese Obsession hat niemals aufgehört“.

L. 627

Bertrand Tavernier - 1992 -

Im Alltag von Drogenfahndern errichtet Bertrand Tavernier eine echte Monographie, die eines Gebiets von Straßen und besetzten Häusern, in denen die Ausgestoßenen der Gesellschaft leben. Und wenn man ihnen das Wort erteilt, dann äußern sich alle Rechtlosen, Wohnungssuchenden und Zukunftslosen... Und doch geht es im Film von Regisseur Bertrand Tavernier nicht um eine Zur-Schau-Stellung des Elends. Es handelt sich lediglich um Zeugenaussagen, um Beschwerden und Beichten, um rohe und brutale Gewalt, die fast dokumentarisch eingefangen wird. Es geht um Polizisten vor Ort und ihre Ermittlungen. Ohne Romantik und Nachsicht.

87.Polizeirevier

Ed McBain - 1956 -

Zwischen 1956 und 2005 schrieb der als Salvatore Lombino geborene unter dem Pseudonym Ed McBain (1926-2005) allein 53 Romane der Serie um das 87.Polizeirevier der Stadt Isola, die stark an New York erinnert. Hier kreuzen sich die Intrigen. Gangster und Bullen leiden unter der Gewalt und ihren Launen. Dabei multipliziert der Autor die Hauptfiguren und rückt so das Schicksal, den Spirit und die Kraft eines gesamten Teams in den Mittepunkt. Ein Konzept, dass dann in der TV Serie The Shield wieder aufgegriffen wird.

Der Tod kennt keine Wiederkehr

Robert Altman - 1973 -

Der 1888 in Chicago geborene Raymond Chandler erhält in England eine viktorianische Erziehung, bevor er in die USA zurückkehrt. Als mittelmäßiger Beamter und gescheiterter Dichter beginnt er, zunächst eher aus Verlegenheit, Polizeigeschichten für Pulp Magazine zu schreiben. Dann fängt er jedoch an, seinen neuen Job zu lieben. Philip Marlowe wird so zu seinem Lieblings-Privatdetektiv. Er taucht 1939 in The Big Sleep das erste Mal auf und wirkt wie ein moderner Ritter, der loyal und unbestechlich bleibt. Marlowe erscheint in acht Romanen des Autors und The Long Goodbye, die Vorlage für Robert Altmans Der Tod kennt keine Wiederkehr stellt dabei sicherlich den Höhepunkt dieser Reihe dar.

Paris des Verbrechens

Léo Malet - 2008 -

Nestor Burmas klassische Fälle Der Schöpfer des Privatdetektivs Nestor Burma, Léo Malet ist einer der Paten des französischen Krimis. Sein Werk greift alle Problemstellungen des französischen Nachkriegsromans auf. Als Anarchist und Surrealist gilt er als Inspiration für die „französische Schule“ angeführt von Albert Simonin. Sprachlich spielt er mit dem Jargon der Gangsterwelt und etabliert die Rubrik Vermischtes im Polizeirevier in der Literatur.

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