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« No Future » Not Dead

la playlist

En partenariat avec Arte

Die Sängerin von Blondie, Debbie Harry, drückte es einst so aus: „Beim Punk geht es um eine Explosion“. Das war vor 40 Jahren, als die Wirtschaftskrise langsam begann und so dem Ultra-Liberalismus Vorschub leistete. Und die Jugend in New York und London hatte genug von Progressive Rock und dem Flower Power der Hippies. Der erdige, schmutzige Sound der Ramones und Sex Pistols kam da gerade richtig. Der Punk mit all seiner Wut und rohen Energie war dann ein Riesenhappening, das die Freaks und Outcasts aller Couleur versammelte um „eine gute Zeit zu haben, während man üble Momente erlebt“ wie es Jon Savage ausdrückte. Punk war auch neben dem Rap und Techno eine der letzten visionären und experimentellen Gegenkulturen des XX. Jahrhunderts.

Unbehagen

Nina Hagen Band
1979 -
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Die Queen

Stephen Frears
2006 -
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Bye Bye Blondie

Virginie Despentes
2012 -
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Sandinista !

The Clash
1980 -
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Concerto Pour Détraqués

Bérurier Noir
1985 -
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Too Much Future - Punk in der DDR

Michael Boehlke, Henryk Gericke
2010 -
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No More Heroes

The Stranglers
1977 -
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Babylon By Bus

Bob Marley
1978 -
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Duchess Says

In A Fung Day T
2011 -
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Never Mind The Bollocks, Here’s the Sex Pistols

The Sex Pistols
1977 -
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Chelsea Horror Hotel

Dee Dee Ramone
1997 -
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Schwarze Katze, Weißer Kater

Emir Kusturica
1998 -
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Dorfpunks

Lars Jessen
2009 -
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Black Hole - Jon Savage presents

Californian punk 1977-1980
2010 -
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New York Dolls

The New York Dolls
1973 -
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Unbehagen

Nina Hagen Band - 1979 -

In der DDR singt sie den Schlager „Du hast den Farbfilm vergessen“. Dann zieht Nina Hagen zusammen mit ihrer Mutter, der Schauspielerin Eva-Maria Hagen, und ihrem Ziehvater Wolf Biermann 1976 in den Westen. In England lernt sie den Punk kennen und gründet später in Westberlin „Die Nina Hagen Band“. Auf „Unbehagen“ lässt sie die Einflüsse der Sex Pistols und Brecht einfließen. Als Skandalnudel und Provokateurin demonstriert sie 1979 im ORF in engen Lederhosen weibliche Masturbationstechniken. Für einige im Ausland mutiert die Hagen zum weltweit ersten deutschen Star seit Marlene Dietrich. Im Laufe ihrer Karriere ändert sie öfter ihre Musik und Einstellungen zum Leben, zu Gott und zum Spiritualismus.

Die Queen

Stephen Frears - 2006 -

Hier geht es nicht nur um die angespannten Beziehungen zwischen der Königin und dem Premierminister Tony Blair. Kurz nach dem Tod von Diana verdeutlicht Regisseur Stephen Frears subtil zwischen den Bildern, welche Diskrepanz zwischen den königlichen und bürgerlichen Werten und denen der Arbeiterklasse herrscht. Die Sex Pistols hatten bereits in ihrer Antihymne „God Save The Queen/The fascist Regime“ gesungen. Aber als sie dann 1977 auch noch „Anarchy In The UK“ auf einem Boot genau gegenüber vom Buckingham Palast vertonen, wo die Queen ihr Thronjubiläum feiert, beendet die Polizei das Happening brachial. Die Punks landen im Wasser und das Königreich ist gerettet.

Bye Bye Blondie

Virginie Despentes - 2012 -

Die Geschichte zweier Frauen, die sich 20 Jahre nach einer leidenschaftlichen Liebesgeschichte wieder sehen. Damals in den Achtzigern bekriegten sich die Punks noch mit den Skinheads. Die Filmemacherin, Schriftstellerin und Feministin Virginie Despentes ist eine der wenigen Rock’ n’ Roll Autor(inn)en in Frankreich und steht mit ihren Büchern in den Bestsellerlisten immer ganz oben. So steht der Punk vor und hinter der Kamera. Das ist sensibel, menschlich und bewegend.

Sandinista !

The Clash - 1980 -

Vier Jahre lang stehen The Clash für den ohrenbetäubenden Soundtrack des Alltags in einem dahinsiechenden England. Den Sound der Band beschreibt Joe Strummer wie folgt: „Ein verrückter Seehund, der zwischen lauter Pressluftbohrern bellt.“. Dann kommt die überraschende Kehrtwende mit dieser Triple-LP, die zum Preis einer LP verkauft wird: Verspielte Elektroklänge, Hip-Hop und Jazz vermischen sich mit dem Punkrock, weil Gitarrist Mick Jones den Schalter umlegt. Sein Kommentar: „Das ganze Album ist ein Experiment. Es ist die Frucht einer kontinuierlichen Entwicklung. Wir lernten dazu und fuhren die Ernte unserer Einflüsse ein. Um etwas zu schaffen, muss man zunächst zuhören.

Concerto Pour Détraqués

Bérurier Noir - 1985 -

Auf dem Mont de Marsan in Frankreich findet 1976 das erste internationale Punkfestival statt. Auf die ersten französischen Punk-Pioniere der Asphalt Jungle, Guernica oder Starshooter folgen zu Beginn der 1980er Jahre Ludwig Von 88 oder Béru, die einfach nur mit einer Gitarre und einem Drumcomputer spielen. Wie in London setzt auch der Punk in Frankreich auf die Szene der Hausbesetzer, antifaschistisches Engagement und den „Fabrik-Rock“. Hinzu kommt ein sehr schwarzer Humor. Ihr Slogan: „Die Jugend scheißt auf den Front National“.

Too Much Future - Punk in der DDR

Michael Boehlke, Henryk Gericke - 2010 -

Wer kein Punk in der DDR war, der war nie Punker. Mit erstaunlicher Aggressivität verfolgte das Regime die Punks, die man als „asozial“ diffamierte. Konzertverbote waren an der Tagesordnung. Punkplatten durften nicht aufgenommen werden. Wer Punk war, spielte mit seiner Zukunft. Es kam zu willkürlichen Verhaftungen. Die Stasi unterwanderte die Szene. Viele Punkmusiker wurden später aus dem Gefängnis von der Bundesrepublik freigekauft. Die Gruppen hörten auf so klangvolle Namen wie Planlos, Vitamin A, Antitrott, Paranoia, Alternative 13, Rosa Extra, L’Attentat und Chaos. In letzterer Band spielte ein gewisser Pfft Schlagzeug, Bohrmaschine und Motorsäge.

No More Heroes

The Stranglers - 1977 -

1974 gründeten Sänger Hugh Cornwell und der französische Bassist Jean-Jacques Burnel – mitten in den Zeiten des Punk – diese so wunderbar anachronistische Band. Die „Men in Black“ standen lange – völlig berechtigt – in dem Ruf, gewalttätige Typen zu sein. Auf ihren Konzerten kommt es öfter zu Schlägereien und Abbrüchen. Geliebt werden sie weder von anderen Kollegen noch von der Presse, bis man endlich ihr Talent anerkennt. In den Charts häufen sich die Hits...The Stranglers wirken mit ihrem Orgelsound, dem poppigen Psychedelismus und den Synthesizern von Dave Greenfield wie eine punkige Neuinterpretation der Doors. Es entstehen Songs purer Magie und beunruhigend schöne Walzer wie der unsterbliche Song „Golden Brown“.

Babylon By Bus

Bob Marley - 1978 -

1977 ist Bob Marley in London. Der DJ und Musiker Don Letts stellt ihm seine Punkfreunde vor. Bob mag sie, denn sie sind wie er und „reden schlecht über Babylon“. Als eine Art Hommage schreibt er das Stück „Punky Reggae Party“, eine Mischung aus Punkrock und Reggae. Von den neuen, aufkommenden Bands der Szene fühlen sich viele zur jamaikanischen Musik hingezogen. So spielen Madness und The Specials eine Mischung aus beiden Musikrichtungen und erneuern so den Ska.

Duchess Says

In A Fung Day T - 2011 -

Diese Band aus Quebec gibt es seit 10 Jahren und sie serviert ihren halluzinierenden Elektro-Punk Kraft einer genervt klingenden weiblichen Stimme. Dabei werden die Slogans eher heraus gehämmert als gesungen. Das Ganze ist hausgemacht, wird von einem Indie Label vertrieben und die Musik und die Arrangements klingen liebevoll extravagant, irgendwo zwischen den Bellrays und The Chicks on Speed. Für die Sängerin Annie-Claude Deschênes ist die Welt im XX. Jahrhundert immer noch „eine Verfremdung zu der man tanzt“.

Never Mind The Bollocks, Here’s the Sex Pistols

The Sex Pistols - 1977 -

Die Geschichte der Band ist durchsetzt von Eklats: Konzertverboten, verwüsteten Hotelzimmern, unzähligen Skandalgeschichten, die es auf die Titelblätter der Boulevardpresse schaffen. „Die Pistols waren großartig, wie ein Stich in ein Hornissennest. Keine andere Band auf der Welt verstand sich darauf, soviel negative Publicity einzufahren.“, meinte Johnny Rotten. Nach der Auflösung der Band 1978 gründet er PiL, eine wunderbare Mischung aus Punk, Disco, Reggae und sogar Krautrock. Johnny Rotten wird wieder zu Lydon, bleibt aber ein knallharter Punker.

Chelsea Horror Hotel

Dee Dee Ramone - 1997 -

„Ich weiß nicht warum, aber schon im Alter von 12 Jahren war mir klar, dass ich ein Looser bin“, schreibt der Bassist der Ramones in seiner Autobiografie. Der Deutschamerikaner Douglas Calvin – so lautet sein wahrer Name – erzählt die Geschichte einer Flucht. Er beginnt mit seiner Jugend in Berlin, wo er in den Ruinen nach Kriegsreliquien sucht, die er an Antiquitätenhändler verkauft. Im New Yorker Stadtteil Queens trifft er dann auf die zukünftigen Musiker der Ramones. Dee Dee Ramone, wie er sich nennt, ist sein Leben lang drogenabhängig und macht dabei immer Musik. Er meint: „Der Punkrock ist etwas für wütende Kids, die das Gefühl haben, dass sie etwas erschaffen können.“

Schwarze Katze, Weißer Kater

Emir Kusturica - 1998 -

Emir Kusturica ist nicht nur Filmemacher sondern auch Musiker. Vom großen Punkzirkus versteht er etwas. Das merkt man an diesem völlig durchgeknallten Film. So ist die Hochzeit zwischen dem Sohn eines Kleinganoven und der Schwester eines Mafioso pure Filmfreude. Alles an dieser endlos, ausufernden Party ist „too much“. So treten Freaks und Modetussis auf, dann die „Mamas“ der Killer. Dank des massiven Drogenkonsums werden alle Beteiligten etwas friedfertiger. Dazu trägt aber auch die Musik des No Smoking Orchestra bei, der aktuellen Band von Kusturica.

Dorfpunks

Lars Jessen - 2009 -

Auf dem flachen Land hat es die Jugend nie leicht. Auch nicht 1984 in Schleswig Holstein wenn man ausgerechnet in Schmalenstedt an der Ostsee wohnt. Und so gründen die coolsten Jungs im Dorf eine Punkband unter dem Motto: „Freiheit ist was Lustiges.“ Natürlich zofft man sich mehr als dass man sich mal einig ist. Und eigentlich spielt die Band, die laufend den Namen wechselt auch nur einen Sommer. Aber Hauptsache man wird nicht: „EIn Sklave der Popindustrie“. Für Regisseur Lars Jessen, der das gleichnamige Buch von Rocko Schamoni adaptierte, ist „Dorfpunks“ ein etwas anderer Heimatfilm. Den Soundtrack schrieb übrigens der „Element of Crime“ Musiker Jakob Ilja.

Black Hole - Jon Savage presents

Californian punk 1977-1980 - 2010 -

Als die Ramones vor vielen Jugendlichen im Roxy Theatre von Los Angeles spielen, ist das eine Offenbarung. Der Auftritt der Sex Pistols im Winterland in San Francisco 1978 überzeugt dann auch die größten Skeptiker. Und plötzlich tauchen dann Bands wie Avengers, Germs, Dils, Weirdos und natürlich die Dead Kennedys auf, ohne X zu vergessen, hinter dem die Sängerin Exene Cervenka steht, die dann auch klar stellt: „Ich glaube nicht dass irgendjemand in der Gruppe auch nur eine Scheibe von The Clash besitzt. Wir würden gar nicht auf die Idee kommen von einer Band abzukupfern, die selber dauernd abkupfert....

New York Dolls

The New York Dolls - 1973 -

Johnny Thunders zieht sich einen Trip rein und spaziert durch Queens, wo er seinen künftigen Komplizen kennen lernt: Arthur Kane klaut gerade ein Motorrad. Die beiden sind sich schnell sympathisch. Zusammen mit David Johansen, Sylvain Sylvain und Billy Murcia gründen sie 1971 die New York Dolls. Die Band spielt wilden Hard-Rock und Glam. Ihre ersten Aufnahmesessions taufen sie auf den Namen „Lipstick Killers“. Mit ihrem Look aus rotem und rosa Leder, « platform shoes » und Perücken spielen sie mit ihrer Androgynie. Für die ersten Punkbands sind sie eine ebenso wichtige Inspirationsquelle wie The Stooges.

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