Filmfestspiele von Cannes

en collaboration avec Arte

Wie jedes Jahr öffnen die Filmfestspiele von Cannes ihre Tore mitten im Monat Mai mit einer Reihe von Filmen, Stars, Medien.... Dies ist die ideale Gelegenheit zu einem Rückblick in die Geschichte der größten Filmfestspiele mit all ihren Entdeckungen, Überraschungen, Polemiken und anderen Schlachten um Hernani. Wo man sieht, dass die Geschichte dieser Festspiele mit der Geschichte des Kinos ineinander läuft. Die Filmfestspiele von Cannes sind immer dieselben, jedoch niemals gleich.

< La sélection >

FERMER
  • Apocalypse Now

    Francis Coppola - 1979
    1979 kommt Francis Coppola mit der Filmspule seines neuen Films, Apocalypse Now im Gepäck nach Cannes. Er hatte fünf Jahre vorher für Der Dialog, Originaltitel The Conversation, die Goldene Palme erhalten und hat gerade Dreharbeiten beendet, die zu den verrücktesten der Filmgeschichte gehören. Dieses Mal ist der Film nicht ganz fertiggestellt und er wird im Palais de Festivals in extremis vorgeführt. Dieses Jahr musste Coppola die Goldene Palme mit dem Film Die Blechtrommel von Volker Schlöndorff teilen. Françoise Sagan, Jurymitglied die sich stark an der Minibar ihres Hotelzimmers vergriffen hatte, sorgt für einen Mini-Skandal als sie enthüllte, dass sie das Meisterwerk von Coppola nicht ausstehen könne.
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    Festival de Cannes
    Festival de Cannes
  • Rosetta

    Luc und Jean-Pierre Dardenne - 1999
    Als Rosetta am letzten Tag der Filmfeststpiele von Cannes 1999 vorgeführt wird, ist Almodovar mit seinem Film Alles über meine Mutter Favorit für die Palme. Der Film des Brüderpaars Dardenne, trocken, gespannt, ausschließlich auf der Schulter gedreht, wird Bestehendes aus den Angeln heben. Die beiden Brüder hatten bereits vier Jahre früher, bei der Quinzaine des Réalisateurs mit Das Versprechen für Sensation gesorgt, aber sie sind noch Outsiders. Die Jury, unter dem Vorsitz von David Cronenberg, überrascht damit, dass sie zwei atypische, europäische Filme, die von Unbekannten dargestellt werden, in den Vordergrund stellen: L’Humanité von Bruno Dumont und… Rosetta der, in extremis, die Goldene Palme einheimst. Dies ist der Beginn einer triumphalen Laufbahn für die zwei Belgier die, wie vor ihnen bereits Coppola, Kusturica, Imamura oder der Schwede Bille August, in 2005 mit Das Kind eine zweite Goldene Palme gewinnen.
  • Die schweigende Welt

    Jacques-Yves Cousteau , Louis Malle - 1956
    Es gibt nur wenige Dokumentarfilme, die bei den Filmfestspielen auf höchster Ebene ausgezeichnet wurden. Außer Fahrenheit 9/11 von Michaël Moore, dem 2004 die Goldene Palme verliehen wurde, erhielt einzig Die schweigende Welt diese Auszeichnung in 1956. Die Erforschung der Meeresgründe, die mit den modernsten Techniken gefilmt wurde, von Cousteau und Louis Malle, einem jungen Filmemacher-Debütanten, ist in der damaligen Canner Filmwelt mit all ihren Stars und dem Glamour wirklich eine große Ausnahme. Aus diesem Blickpunkt ist Die schweigende Welt eine echte Revolution der Werte, die ein Einzelfall blieb oder zumindest fast.
  • Es war einmal in Amerika

    Sergio Leone - 1984
    Der 1984 außer Konkurrenz vorgeführte Film Es war einmal in Amerika ist der Nachlass eines, von der Neuen Welt faszinierten, italienischen Filmemachers. Anhand einer gleichzeitig monumentalen und intimen Freske bietet Sergio Leone ein Resumée des 20. Jahrhunderts und macht der Filmwelt die er so geliebt hat, eine letzte Liebeserklärung, mit Robert de Niro als Sprachrohr. Die Vorführung des Films in Cannes ist Anlass eines Galaabends, der in ewiger Erinnerung bleibt, als ob die Festspielteilnehmer ein letztes Mal den melancholischen und opiumsüchtigen Hauch eines Filmes einatmen würden, wie es keinen zweiten geben wird. Und Es war einmal in Amerika wurde kürzlich auf einem « Extended Cut » mit 22 zusätzlichen Minuten veröffentlicht.
  • Über den Dächern von Nizza

    Alfred Hitchcock - 1955
    Alfred Hitchcock gehört bei weitem nicht zu den Habitués von Cannes, selbst wenn er mit Filmen wie Berüchtigt, der bei der ersten Durchführung der Festspiele konkurrierte, oder der Film Die Vögel, der 1963 außer Konkurrenz vertreten war. Sind nicht die schönste Canner Geschichte von Hitchcock schlussendlich die Dreharbeiten von Über den Dächern von Nizza, bei welchen man Grace Kelly und Cary Grant, zwei seiner Lieblingsdarsteller, wiederfindet? Es ist vor allem bei diesen Dreharbeiten, als die blonde Amerikanerin ihren Märchenprinzen namens Rainier de Monaco trifft. Über den Dächern von Nizza wird bei den Filmfestspielen nicht vorgeführt, aber er vermittelt für immer das Image einer Côte d’Azur voll Glamour, das perfekt dem Ambiente der 1950er-Jahre von Cannes entspricht.
  • Cannes Cinéma

    Serge Toubiana - 1997
    Von Traverso-Archiven ausgehend, eine seit 1850 in Cannes basierte Fotografendynastie, erzählt dieses Album die Geschichte der Filmfestspiele anhand einer Serie von oft unbekannten und erstaunlichen Klischées, verbunden durch einen impressionistischen Text von Serge Toubiana. Diese Fotos von Schauspielern, Filmemachern und Filmsternchen bieten die Möglichkeit, die Entwicklung dieser Filmfestspiele von einer « Dorfveranstaltung » zu einem weltweiten Event nachzuverfolgen, bei welchem die Festspielteilnehmer nun ständig unter « Imagedruck » leben.
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    Festival de Cannes
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  • Die mit der Liebe spielen

    Michelangelo Antonioni - 1960
    1960 sorgt der damals noch eher unbekannte italienische und moderne Filmemacher Michelangelo Antonioni mit der Vorführung des Films Die mit der Liebe spielen für einen der ersten Skandale der Festspiele. Der Film wird verhöhnt : Das Publikum versteht nicht, dass einer der Hauptdarsteller nach 30 Minuten Film erklärungslos verschwindet. Am Tag nach der Vorführen schicken 37 Schriftsteller und Künstler, unter ihnen Roberto Rossellini, Antonioni ein Unterstützungsschreiben. Die mit der Liebe spielen erhält dennoch den Preis der Jury, während die Goldene Palme dem Film Das süße Leben, Originaltitel La dolce vita, von Fellini zugeteilt wurde, der ebenfalls vom Publikum ausgepfiffen wurde. 1967 kam derselbe Antonioni zurück und erhielt die höchste Auszeichnung für Blow up.
  • Melancholia

    Lars von Trier - 2011
    Als Habitué der Festspiele seit seinem ersten Kinofilm The Element of Crime, mit dem er bereits 1986 konkurrierte, kommt Lars von Trier in 2011 neuerlich mit Melancholia zurück. In der zwischenzeit hat er 1996 den Preis der Jury für Breaking the Waves und in 2000 die Goldene Palme für Dancer in the Dark en 2000 erhalten. Durch sein formales und kosmisches Ausmaß gilt Melancholia als Favorit für die Goldene Palme. Aber der kritische Einstellung von Lars mischt sich ein und der von den Filmfestspielen bis dahin bevorzugte Filmemacher löst mit einigen provokanten Äußerungen bei der Pressekonferenz über das dritte Reich einen Eklat aus: Der Däne wird von den Festspielen ausgeschlossen, selbst wenn sein Film im Wettbewerb bleibt. Melancholia vervehlt eine neue Goldene Palme, die dem Film Tree of Life von Terence Malick verliehen wird. Kirsten Dunst erhält als Trostpreis den Preis für die beste Darstellerin.
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    Festival de Cannes
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  • Un An après

    Anne Wiazemsky - 2015
    Als dritten und letzten Abschnitt ihrer « godardischen », autobiographischen Triologie hat Anne Wiazemsky das Jahr 1968 gewählt, insbesondere seinen aufständischen Monat Mai. Im Mittelpunkt des Buchs erzählt die Gattin von Godard von dem, von den Filmemachern der Nouvelle Vague und deren Freunden unterbrochenen Filmfestspielen, mitten in einem Generalstreik der ganz Frankreich lahm legt. Ein mythische Episode der Geschichte der Filmfestspiele, zum erstenmal von innen gesehen, die ebenfalls zur Entwicklung der zunehmenden Spannungen des Paars und zum zunehmend radikaleren politischen Engagembend von Jean-Luc beiträgt, der bereits auf dem Weg seiner Mao-Jahre ist (bald ins Deutsche übersetzt).
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    Festival de Cannes
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  • Voir la vidéo

    Hexenkessel

    Martin Scorsese - 1974
    1974 erscheint ein noch unbekannter, junger amerikanischer Filmemacher auf der Croisette, um bei der Quinzaine des Realisateurs, einem unabhängigen, parallelen Zweig der von der Société des Réalisateurs de Films nach Mai 68 gegründet wurde, Hexenkessel vorzustellen. Der besagte Filmemacher heißt Martin Scorsese und er sorgt für die Sensation mit einem fiebrigen Werk, das die Energie des Mafiafilms mit jener der französischen Nouvelle Vague mischt, all dies gekreuzt mit religiösem Wahn, was den Fans des Filmemachers bald schon vertraut sein wird. Der Film ist ein Bombenerfolg. Die Filmfestspiele innovieren mit ihren Außenseitern. Die Karriere von Scorsese ist damit gestartet. Zwei Jahre später kommt er durch das große Tor zurück und erhält eine dämonische Goldene Palme für Taxi Driver.
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    Der Kino-Mensch (DE)
  • Sie küßten und sie schlugen ihn

    François Truffaut - 1959
    Im Jahr davor wird der scharfe Kritiker François Truffaut wegen seiner zu kritischen Einstellung von den Filmfestspielen in Cannes ausgeschlossen. Aber Paukenschlag: 1959 ist der junge Filmemacher François Truffaut für seinen ersten autobiographischen Spielfilm Sie küßten und sie schlugen sich im Wettbewerb vertreten, mit einem 15jährigen Darsteller der aus dem Nichts auftaucht, Jean-Pierre Léaud. Der Film, der von Jean Cocteau unterstützt wird, wird sehr schnell schon zum Publikumsliebling und erhält den Preis für die beste Regie. Dies ist auf der größten Festspielbühne der Welt die Geburt der Nouvelle Vague und der Anfang einer sehr persönlichen Laufbahn eines Filmemachers, der sich nicht damit begnügte.

Apocalypse Now
Francis Coppola

Rosetta
Luc und Jean-Pierre Dardenne

Die schweigende Welt
Jacques-Yves Cousteau , Louis Malle

Es war einmal in Amerika
Sergio Leone

Über den Dächern von Nizza
Alfred Hitchcock

Cannes Cinéma
Serge Toubiana

Die mit der Liebe spielen
Michelangelo Antonioni

Melancholia
Lars von Trier

Un An après
Anne Wiazemsky

Hexenkessel
Martin Scorsese

Sie küßten und sie schlugen ihn
François Truffaut

Dans cette sélection

  • Francis Coppola | Apocalypse Now
  • Luc und Jean-Pierre Dardenne | Rosetta
  • Jacques-Yves Cousteau , Louis Malle | Die schweigende Welt
  • Sergio Leone | Es war einmal in Amerika
  • Alfred Hitchcock | Über den Dächern von Nizza
  • Serge Toubiana | Cannes Cinéma
  • Michelangelo Antonioni | Die mit der Liebe spielen
  • Lars von Trier | Melancholia
  • Anne Wiazemsky | Un An après
  • Martin Scorsese | Hexenkessel
  • François Truffaut | Sie küßten und sie schlugen ihn

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