Die Seele von Orten

en collaboration avec Arte

Je härter die Zeiten aus sozialer Sicht sind, desto mehr muss man sich über die Eröffnung eines Saals oder jedes anderen Orts freuen, der das künstlerische Schaffen, sein Verbreiten und Lehren fördert, und diese feiern. In diesem Sinne und über die Polemiken bezüglich ihrer Baukosten hinaus, ist auch die neue Philharmonie de Paris ein Anlass zum Feiern. Aber die Kunstschöpfer überraschen uns ständig und lassen manchmal da Werke entstehen, wo man sie nicht erwartet. Hierfür geben sie Fabriken neues Leben, überfluten die Straßen, kolonisieren Kneipen oder lassen sich in finsteren Kaschemmen nieder. Der Esprit dieser Kunstschaffenden kennzeichnet diese Orte, prägt sie im Ausmaß ihrer Maßlosigkeit und ihrer schöpferischen Kraft. Und wie durch Magie erhalten sie dadurch eine Seele.

< La sélection >

FERMER
  • Philharmonie de Paris

    2015
    Die neue Philharmonie de Paris ist weit mehr als nur ein einfacher Konzertsaal! Und auch weit mehr als nur ein architektonisches Manifest, selbst wenn es von Jean Nouvel gezeichnet ist. Sie ist vor allem ein künstlerisches Manifest: Über den Platz welchen die Musik in der Stadt einnimmt und über ihre Aufgabe in der Gesellschaft. Als Kulturhochburg und gleichzeitiger Lebensraum und Treffpunkt teilt die Philharmonie de Paris der Musik jene Rolle zu, die sie niemals zu spielen aufhören darf: Jene des sozialen Bindeglieds. Als riesige Agora, die weit der Welt und jedermann offen steht, kehrt sie zu den etymologischen Wurzeln des Begriffs („die Harmonie lieben“!) zurück, mit allem was dies an Pädagogik und Kreativität voraussetzt.
  • Il Turco in Italia

    Gioachino Rossini, Maria Callas - 1954
    Wenn man an „Oper“ denkt, ist die Scala niemals weit. Das 1778 erbaute Teatro alla Scala von Mailand ist die Wiege des italienischen Bel Canto: Es sah alle Meisterwerke entstehen, von den prachtvollen Werken von Rossini über die herzzerreißenden Seiten von Bellini, den heimlichen Tränen von Donizetti und den Pauken und Trompeten von Verdi bis zu den veristischen Dramen von Puccini. Heute noch ist die Scala ein Haus des Schaffens (Stockhausen hat dort drei Tage seines siebenteiligen Opernzyklus Licht komponiert, Luca Francesconi sein Quartett), aber sie ist vor allem ein Tempel des „guten Geschmacks“ der italienischen Oper, wo die ebenso berühmte wie befürchtete „Klatsche“, die Künstler der lyrischen Szene, mit mehr oder weniger Gehör und Verständnis, zu Stars macht oder auch zerstört ...
  • Ateliers d'artistes à Paris

    Jean Claude Delorme, Anne Marie Dubois - Livre - 2002
    Ich habe eine Großverglasung, bin nordseitig ausgerichtet und im 19. Jahrhundert entstanden. Was bin ich? Ein Künstleratelier in Paris. Die Ausrichtung nach Norden lässt ständig ein sanftes Licht in das Atelier eindringen: Hat ein Atelier volle Südlage, wird der Künstler von der Sonne geblendet. Die Großverglasung ist ein Beispiel dafür, dass die Glastechnologie sich im 19. Jahrhundert stark entwickelt hatte. Die Raumhöhe der Ateliers umfasst zwei Ebenen, davon ein Mezzanin. Dies ermöglicht es dem Künstler sich zurückzuziehen und gleichzeitig seinen Besuchern, seine Arbeit zu bewundern. Daraus entstand die Idee der Maisonettewohnung. Das Buch von Jean-Claude Delorme und Anne-Marie Dubois erfasst die Künstlerateliers von Paris: Schöne Besichtigungen in Aussicht.
  • Das Cabinet des DR. Caligari

    Robert Wiene - 1920
    Im Land der Kriegsverlierer boomte das Kino aber es konnte sich lange Zeit nicht mit den opulenten Stummfilmen aus Hollywood messen. Mit "Das Cabinet des Dr. Caligari" der 1919 schuf man dann in Deutschland ein neues Filmgenre. Gedreht wurde im Studio und das Dekor erinnerte mehr an das Theater, wirkte jedoch im Film durch die Kameraeinstellungen und raffinierte Lichtdramaturgie besonders bedrohlich und originell. Die meisten der Filme wurden in den Studios in Babelsberg in der Nähe Berlins gedreht. Weitere berühmte expressionistische Werke sind „Der müde Tod“ von Fritz Lang oder „Nosferatu-Eine Sinfonie des Grauens“ von Friedrich Wilhelm Murnau. Die für den Film komponierte Musik von Giuseppe Becce oder Hans Erdmann verstärkten die unheimliche und bedrückende Atmosphäre der Filme.
  • Grips Theatre

    Volker Ludwig, Birger Heymann - 2010
    Auch das Grips Theater ist ursprünglich eine Westberliner Institution. Gegründet in den späten 60er Jahren von einer Gruppe um Volker Ludwig, spielt man seit 1974 am Hansaplatz im Hansaviertel. Das Kinder- und Jugendtheater provozierte im kalten Krieg oft durch seine linken Theatermacher. Vor allem lokale CDU Politiker protestierten oft lautstark. Am berühmtesten ist wohl bis heute „Linie 1“ über die berühmte Berliner U-Bahn Linie. Auch die (Rock) Musik spielte in den Stücken immer wieder eine Rolle. Bekannt aus „Linie 1“ ist vor allem der Song der Wilmersdorfer Witwen. Konservative Altnazi Frauen waren wohl selten so entwaffnend komisch. 1988 wurde das Musical auch von Reinhard Hauff verfilmt und gelangte in beiden deutschen Staaten in die Kinos.
  • La Friche de la Belle de Mai

    Francesco Della Casa - Livre - 2013
    In einem der Arbeiterviertel von Marseille befand sich seit dem 19. Jahrhundert eine berühmte Tabakfabrik und Hochburg der Gewerkschaftsbewegung, bevor sie Ende der 1960er-Jahre ihre Tore schloss... 1992 wurde sie saniert, in einen Tempel der Marseiller Bewegung „Movida Marseillaise“ verwandelt und empfängt seither Artists in Residence. Sie umfasst zahlreiche Ausstellungsbereiche, ein Theater, einen Konzertsaal, den symbolträchtigen Radiosender Grenouille, aber auch das Siebdruckatelier „Le Dernier Cri“, eine echte Höhle der Underground Comicstrips. La Friche veranschaulicht vor allem diese lokale Tendenz die darin besteht, Kultur auf dem Schutt einer glorreichen Industrievergangenheit erblühen zu lassen. Ein echtes Symbol.
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    L'esprit des lieux
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  • Les Voyages du Royal de Luxe

    Dominique Deluze - 2006
    Générik Vapeur, Artonik, Ilotopie, Royal Deluxe: All dies sind Straßentheatergruppen, deren seltsame Maschinen manchmal die Canebiere hinunterzogen, bevor sie zur Weltreise aufbrachen....... Ihnen hat es Marseille zu verdanken, dass sie zur französischen Hauptstadt der Straßenkünste wurde. Nicht erstaunlich, denn dies ist die „Theaterstadt“ schlechthin! Seit 1995 beherbergt die Cité des Arts de la Rue (Stadt der Straßenkünste), die sich in den Nordvierteln auf alten Industriegeländen niedergelassen hatte, ebenfalls ein Ausbildungszentrum sowie die Ateliers Sud Side, in welchen man diese sonderbaren Maschinen herstellt, wie zum Beispiel die „Grandes Percussions à Bascules“ (eine Art Kipp-Schlaginstrument) oder die „Orgues à Moteurs“ (Motoren-Orgeln) ... für die „Explosions-Orchester“.
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    L'esprit des lieux
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  • Der leere Raum

    Brook,Peter - 1977
    Das 1876 eingeweihte Théâtre des Bouffes du Nord im Boulevard de la Chapelle, zuvor Théâtre Molière, hatte mehrere Leben, bis zu jenem Tag im Jahr 1974, an dem es vom Regisseur Peter Brook entdeckt wurde. Von seiner leuchtenden Kargheit und der Nacktheit seiner Wände überwältigt, macht er aus dieser leeren Schale einen facettenreichen Dekor. Indem er sich damit begnügt, den Saal normgerecht zu gestalten, behält er sein veraltetes, dämmriges, fast verwüstetes Erscheinungsbild bei. Dadurch, dass es sich einem neuen, interdisziplinären und ikonoklastischen Ansatz des Theaters öffnet, wird das Bouffes du Nord am Ende des 20. und Beginn des 21. Jahrhunderts zu einem der renommiertesten Orte der Bühnenkunst, dies hauptsächlich Dank der Arbeit von Peter Brook.
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    Heroes

    David Bowie - 1977
    Lange Zeit ein Studio für Schlagerinterpreten und deutsche Künstler produzierten ab Mitte der 70er Jahre auch verstärkt internationale Stars in den Hansa Studios des alten Westberlin. Vor allem als die Besitzer ab 1974 den legendären Meistersaal im Gebäudekomplex Köthener Straße zum modernen Studio ausbauten. In der Nähe des No Man's Land am Potsdamer Platz und in Sichtweite der Berliner Mauer produzierte David Bowie gleich drei Alben seiner Berliner Phase: Low, “Heroes” sowie Lodger. Der morbide Charme des geteilten Berlins erhöhte wohl die Kreativität. Auf Bowie folgten später dann weitere Bands und Künstler wie U2, Depeche Mode oder Nick Cave.
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    David Bowie
  • Die Kunst Chanel zu sein

    Paul Morand - 1976
    Gabrielle Chanel, alias Coco Chanel, war eine legendäre Modeschöpferin. Paul Morand, ein unermesslicher Schriftsteller. Sie waren Freunde. Er hörte ihr Stunden lang zu und schaffte es, in seiner brillanten Sprache das Unergründliche widerzugeben. Texte wie: „Genau so wie die echte Kultur darin besteht, eine bestimmte Anzahl von Dingen über Bord zu werfen; Genau so wie man in der Mode im allgemeinen mit zu schönen Dingen beginnt, um zum Einfachen zu gelangen.
  • Villa Médicis

    Dominique Fernandez, Ferrante Ferranti - Livre - 2010
    In der Villa Medici Artist in Residence zu sein bedeutet für einen Künstler heute, 18 Monate ohne materielle Sorgen zu verbringen, um sich seinem Schaffen widmen zu können. Die Villa Medici, seit dem 16. Jahrhundert im Besitz der Medici, wurde im 19. Jahrhundert von Napoleon I. gekauft, um dort die Akademie der Malerei und Bildhauerei unterzubringen. Das Buch von Dominique Fernandez führt Sie durch diesen Ort, dessen Direktor Frédéric Mitterrand war, bevor er zum französischen Kulturminister ernannt wurde. Ein etwas flippigeres Ereignis war es, als in den 1970er-Jahren der Sohn des Kunstmalers Balthus, während sein Vater Direktor der Institution war, Mick Jagger, Keith Richards und Marianne Faithfull zum Spaziergang im Mondschein durch seine Gärten einlud, unter LSD ...
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    L'esprit des lieux
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  • Jacques Villéglé, la comédie urbaine

    Sophie Duplaix - Livre - 2008
    Nur Spaziergänger sind der Ansicht, dass in Sachen Plakate eine einzige Schicht nicht ausreicht. Jacques Villéglé bekennt sich zu seiner Stellung als Spaziergänger, der seit Ende der 1940er-Jahre von den Pariser Wänden von anonymen Händen zerfetzte Plakate abzieht, auf eine Leinwand aufleimt und dann ausstellt. Das Centre Pompidou hat 2008 sein Werk vorgestellt, woran dieser Katalog erinnert. Der Sinn eines zerfetzten Plakats das ins Museum kommt ist es, einer Person die Möglichkeit zu bieten es zu betrachten, auch wenn diese ihm auf den Bahnsteigen der U-Bahn keine Aufmerksamkeit geschenkt hätte. In der U-Bahn zurück beginnt dieselbe Person danach aufmerksam wie nie zuvor um sich zu sehen.
  • Die Beatles in Hamburg-Der Beginn einer Ära

    Spencer Leigh - 2011
    Ich bin in Liverpool geboren, aber in Hamburg groß geworden“, sagte Lennon. Als er im August 1960 mit McCartney und Harrison zum Hafen in Norddeutschland aufbrach, sind seine Beatles nur Halbprofis, ohne Schlagzeuger (Pete Best wird im letzten Moment eingestellt) und mit einem äußerst schlechten Bassisten (Stuart Sutcliffe). Vor Ort wohnen die drei, zwischen 17 und 19 Jahre alten „Pilzköpfe“, die von einem schäbigen Club von Sankt Pauli angeheuert wurden, in einem Pornokino und verdienen knapp das Notwendige, um sich zu ernähren. Aber dadurch dass sie, voll mit Bier und Tabletten, jeden Abend mehrere Stunden spielen, werden sie zu Rampensäuen. Im Dezember, bei ihrer Rückkehr nach Liverpool, sind sie die beste Band der Stadt. Wie eine britische Pop-Version der Legende "Crossroads", Bluesmen die angeblich an einer Kreuzung dem Teufel begegnet sind, um ihre Seele gegen das Talent zu dealen...
  • Monumenta 100

    Johannes Brunnengräber Karl Brunnengräber - 2012
    Alle fünf Jahre findet im beschaulichen Kassel die weltweit größte Ausstellungsreihe für zeitgenössische Kunst statt. Gegründet 1955 auf Initiative von Arnold Bode dauert eine Documenta jeweils immer 100 Tage. Zum Markenzeichen der Documenta gehörten schon immer großflächige Kunstwerke und Installationen aber auch die Stars der Kunstszene sind in Kassel immer vertreten von Picasso, über Braque und Beuys u.a. Zur letzten Documenta 2012 kamen fast 900 000 Besucher. 2017 ist es dann zur Documenta 14 vom 10.Juni bis 17. September wieder soweit.
  • Sieben Dada Manifeste

    Tristan Tzara - 1924
    Das im Februar 1916 von Hugo Ball, welchem sich schnell schon der Maler Jean Arp und der Poet Tristan Tzara anschlossen, mitten in Zürich eröffnete Cabaret Voltaire fand bei den Studenten und Bürgern sofort großen Anklang. Man fand dort Ausstellungen von Arp und Giacometti, man trug Texte von Voltaire, Nostradamus oder Alfred Jarry vor, man übernahm Lieder von Aristide Bruant, man führte jedoch vor allem so dekadent wie mögliche Stücke auf, mit gleichzeitigen Lesungen mehrerer Gedichte mit wirrer Stehgreif-Klaviermusik als Untermalung: Man hatte gerade das Happening erfunden und das Kunstschaffen in direkter Verbindung mit dem Unterbewusstsein, denn Europa war aufgrund des Rationalismus zu einem echten Massengrab geworden... Später belebten die „Situationnistes“ und dann die Punker die Dada-Bewegung wieder.

Philharmonie de Paris

Il Turco in Italia
Gioachino Rossini, Maria Callas

Ateliers d'artistes à Paris
Jean Claude Delorme, Anne Marie Dubois

Das Cabinet des DR. Caligari
Robert Wiene

Grips Theatre
Volker Ludwig, Birger Heymann

La Friche de la Belle de Mai
Francesco Della Casa

Les Voyages du Royal de Luxe
Dominique Deluze

Der leere Raum
Brook,Peter

Heroes
David Bowie

Die Kunst Chanel zu sein
Paul Morand

Villa Médicis
Dominique Fernandez, Ferrante Ferranti

Jacques Villéglé, la comédie urbaine
Sophie Duplaix

Die Beatles in Hamburg-Der Beginn einer Ära
Spencer Leigh

Monumenta 100
Johannes Brunnengräber Karl Brunnengräber

Sieben Dada Manifeste
Tristan Tzara

Dans cette sélection

  • | Philharmonie de Paris
  • Gioachino Rossini, Maria Callas | Il Turco in Italia
  • Jean Claude Delorme, Anne Marie Dubois | Ateliers d’artistes à Paris
  • Robert Wiene | Das Cabinet des DR. Caligari
  • Volker Ludwig, Birger Heymann | Grips Theatre
  • Francesco Della Casa | La Friche de la Belle de Mai
  • Dominique Deluze | Les Voyages du Royal de Luxe
  • Brook,Peter | Der leere Raum
  • David Bowie | Heroes
  • Paul Morand | Die Kunst Chanel zu sein
  • Dominique Fernandez, Ferrante Ferranti | Villa Médicis
  • Sophie Duplaix | Jacques Villéglé, la comédie urbaine
  • Spencer Leigh | Die Beatles in Hamburg-Der Beginn einer Ära
  • Johannes Brunnengräber Karl Brunnengräber | Monumenta 100
  • Tristan Tzara | Sieben Dada Manifeste

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